Für Wahlsieger Simon Herzog geht es Schlag auf Schlag weiter
Kaum zwei Tage nach der Landtagswahl ist Simon Herzog schon auf dem Weg nach Stuttgart. Im Amt ist der frisch gebackene Inhaber des Direktmandats für den Wahlkreis Waldshut natürlich noch nicht. Aber schon ruft die CDU-Fraktion zur ersten Sitzung – zunächst treffen sich die neu gewählten Abgeordneten, am Nachmittag ist Fraktionssitzung. Zeit, das Wahlergebnis sacken zu lassen? Bisher noch Fehlanzeige, wie Herzog im Gespräch mit unserer Zeitung einräumt: „Voraussichtlich am nächsten Wochenende wird es etwas ruhiger. Und an Ostern werde ich dann auch mal noch ein paar Tage mit meiner Frau verreisen.“
Wahlergebnis hat ihn „positiv überrascht“
Nach dem langen, mit viel persönlichem Einsatz geführten Wahlkampf geht es für den künftigen Landtagsabgeordneten also Schlag auf Schlag weiter. Am Dienstag Stuttgart, am Donnerstag wieder einmal regulär bei seinem Arbeitgeber Audi zur Arbeit antreten – und auch schon den Abgang vorbereiten. Denn am 12. Mai wird Simon Herzog sein Mandat offiziell antreten. Bis dahin gebe es noch einiges zu regeln, sagt der 26-Jährige, der zugleich eines der jüngsten Mitglieder im neuen Landesparlament sein wird.
Dass seine Anstrengungen am Sonntag tatsächlich in einem Erfolg und noch dazu in einem so deutlichen Ergebnis gemündet haben: „Ich war einfach nur positiv überrascht“, sagt er am Dienstag. Alle Prognosen hätten eigentlich darauf hingedeutet, dass Niklas Nüssle das Direktmandat verteidigen könnte. Befürchtet habe er aufgrund seiner Erlebnisse bei Wahlkampfauftritten außerdem ein deutlich stärkeres Abschneiden der AfD, sagt Herzog.
Beides sei nicht eingetroffen. Froh sei er vor allem darüber gewesen, dass am Wahlabend relativ schnell Klarheit geherrscht habe und er nicht noch stundenlang zittern musste: „Dadurch konnte ich den Abend richtig genießen.“
Mit viel Rückenwind an die neue Aufgabe
Nun betritt Herzog jedenfalls in vielerlei Hinsicht Neuland, aber mit einem Wahlergebnis von 33,3 Prozent der Stimmen tue er das „mit viel Rückenwind und Selbstbewusstsein“, wie er sagt: „Ich habe im Wahlkampf immer wieder unter Beweis gestellt, dass ich das Risiko nicht scheue. Das halte ich für eine wichtige Eigenschaft in der Politik und daran werde ich festhalten.“
Entsprechend sieht er seine Hauptaufgabe darin, den Wahlkreis und die Interessen seiner Wähler bestmöglich zu vertreten, auch wenn er dabei möglicherweise auch in der Fraktion an einigen Stellen anecke. Die Ausweitung des Landarztprogramms um den Aspekt Kinderärzte nennt er als einen Punkt, für den er sich einsetzen wird: „Klar ist auch, dass es im ländlichen Raum nicht ohne Auto gehen wird.“ Entsprechend brauche es ordentliche infrastrukturelle Voraussetzungen. Seine persönlichen Kompetenzen sehe er in den Bereichen Wirtschaft und Digitalisierung, daher werde er auch die Mitarbeit in entsprechenden Ausschüssen anstreben. Aber auch Gesundheit und grenzüberschreitende Angelegenheiten könne er sich vorstellen.
Vieles wird indes noch von den anstehenden Koalitionsverhandlungen abhängen. Bei Cem Özdemirs Grünen sieht Herzog große Schnittmengen mit der CDU: „Özdemir hat ja teils mit CDU-Positionen geworben“, sagt Herzog und verweist unter anderem auf das Nein zum kategorischen Aus für Verbrenner-Motoren. Insofern bestehen seiner Ansicht nach gute Voraussetzungen für seine Partei, „einiges herauszuholen“.
Simon Herzog (26) ist verheiratet und lebt in Lauchringen. Bislang war er bei Audi in Neckarsulm tätig, wo er an Digitalisierungsprojekten für Produktion und Logistik arbeitet. Ab 12. Mai wird er den Wahlkreis Waldshut als Abgeordneter der CDU im Landtag vertreten. Mitglied der Partei ist er seit sieben Jahren. Er hat in der CDU und bei der Jungen Union auf Gemeinde-, Kreis- und Bezirksebene bereits verschiedene Ämter bekleidet, derzeit ist er der Digitalisierungsbeauftragte. Daneben ist er Mitglied diverser Vereine in seinem Heimatort.
Hoffnung auf „normales Arbeitspensum“
Während sich sein beruflicher Alltag ab Mai gravierend ändert – privat seien die Veränderungen „wesentlich geringer, als man vielleicht denkt“, sagt Herzog: „Meine Frau und ich werden weiterhin in Lauchringen wohnen.“ Wie bisher werde er beruflich pendeln. Der Arbeitsort verlagere sich eben von Neckarsulm nach Stuttgart. Das sei alles zu verkraften, ist Herzog überzeugt. Im Gegenteil hoffe er aber darauf, dass sich sein Arbeitspensum nun wieder normalisieren werde. Die Doppelbelastung aus Berufstätigkeit und Wahlkampf mit vollen Segeln – das sei irgendwann dann doch äußerst anstrengend gewesen.
Die Landtagswahl am Hochrhein und im Südschwarzwald zum Nachlesen finden Sie hier.
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