Jens Spahn und die Leihmutterschaft: Das Kind, das zum Politikum wird
Wer ein Herz in der Brust hat, kann gar nicht anders, als Jens Spahn und seinem Ehemann Daniel Funke zu gratulieren. So stolz, wie nur frischgebackene Väter blicken können, strahlt Funke in die Handy-Kamera für ein erstes Selfie für die Öffentlichkeit. Im blauen Kinderwagen, den Spahn mit beiden Händen festhält, liegt ein Baby, ein kleiner Junge. Ausgetragen wurde das Kind von einer Leihmutter. Und mit ihr wird das private Glück von Spahn zu einem Politikum. Ausgerechnet einer der konservativsten CDU-Politiker nimmt sich die Freiheit heraus, deutsches Recht, das von ihm maßgeblich mitgestaltet wird, zu umgehen. Denn weil die Leihmutterschaft hierzulande verboten ist, mussten Spahn und Funke in die USA reisen und dort eine Frau dafür bezahlen, ihr Kind auszutragen.
Juristisch hat der CDU-Fraktionschef wenig zu befürchten. Sein Ehemann ist der leibliche Vater des Säuglings. Niemand kann ihm seinen Sohn wegnehmen. Und Spahn kann das Kind adoptieren. Doch moralisch sieht die Sache anders aus. So nachvollziehbar es ist, dass Menschen – und es........
