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Wie Tschernobyl 1986 das Leben veränderte: Erinnerungen an die Atomkatastrophe und ihre Folgen

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23.04.2026

Vier Jahrzehnte ist der Reaktortorunfall in Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion her. Am 26. April 1986 ereignete sich der Super-GAU, am 30. April erreichte die radioaktive Wolke den Süden Deutschlands. Plötzlich durfte man nicht mehr in die Sandkästen, Obst aus dem Garten und Milch waren tabu, die Angst vor Langzeitfolgen allgegenwärtig. Redakteurinnen und Redakteure erinnern sich zurück und schildern ihre persönlichen Erlebnisse.

Als Reporter bei täglichen Presseterminen mit dem Landrat

Werner Huff, von 1976 bis 2006 Redaktionsleiter des „Alb-Bote“ in Waldshut-Tiengen: „‘Naja‘, ging es mir bei der ersten Nachricht vom Atom-Unfall durch den Kopf, ‚angefangen haben 1979 ja die Amerikaner mit der Kernschmelze in ihrem A-Werk Three Mile Island in Pennsylvania, jetzt ziehen die Russen mit ihrem Katastrophen-Reaktor bei Tschernobyl nach.‘ Was dort am 26. April 1986 in die Luft geflogen ist, hielt Moskau bis zum Abend des 28. April unter der Decke. Um 19.32 Uhr schickte die Deutsche Presse-Agentur die Eilmeldung vom Atomunfall raus. Würde er Folgen für uns hier zwischen Bodensee und Südschwarzwald haben? Noch völlig unklar. Bis am 30. April die radioaktive Wolke auch den Kreis Waldshut erreichte. Jetzt kursierten die ersten amtlichen Messdaten. Vom 1. auf den 2. Mai kletterte die Strahlung in der Luft auf den höchsten Wert, nahm dann wieder kontinuierlich ab, reicherte sich jedoch in den Böden an. Wie die jetzt umherschwirrenden Begriffe von Jod-131, Cäsium-137 oder Mikrosievert richtig einordnen? Waldshuts Landrat Bernhard Wütz lud zu täglichen Presseterminen mit Informationen für die Bevölkerung ein und installierte ein Sorgentelefon. Für wenige Wochen waren Freilandgemüse und Frischmilch tabu, wie auch der Sandkasten für Kleinkinder. Doch allmählich wie die Radioaktivität wichen auch Besorgnis und Unsicherheit von der Bevölkerung.“

Angst vor giftigem Regen

Nathalie Göbel, Redakteurin, VS-Villingen: „Ich erinnere mich noch an die Wochen und Monate nach der Katastrophe, als es zu Hause den Frühstücks-Kakao nur noch mit H-Milch und später mit Milchpulver angerührt gab, Gemüse nur noch aus der Konserve und als alle Angst vor radioaktivem Regen hatten. Ich war damals in der zweiten Klasse an der Klosterringschule und an einem Tag regnete es so stark, dass wir nicht nach Hause gehen durften. Wir standen alle am Fenster des Klassenzimmers und es hörte gefühlt ewig nicht auf zu regnen. Als es nur noch schwach nieselte, durften wir schließlich gehen. Ich........

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