Gedächtnisweltmeister Konrad: "Was wir mit dem Gehirn anstellen, dafür ist es gar nicht gemacht"
Herr Konrad, muss ein Gedächtnisweltmeister und Neuroexperte wie Sie jeden Tag zum Gehirnjoggen gehen, um fit zu bleiben?
Boris Nikolai Konrad (lacht): Er muss nicht. Es macht aber Spaß! Mein Hobby ist der Gedächtnissport, auch wenn ich nicht mehr in der Weltspitze mitmische. Aber es gibt ein Onlineformat, bei dem ich gerne mitspiele. Das geht auch in der Mittagspause. Denn es sind nur fünf Minuten pro Spiel. Das sind dann Aufgaben wie, sich 80 Zahlen oder 50 Worte zu merken.
Grundsätzlich haben alle Menschen ähnliche Voraussetzungen, ähnlich große und schwere Gehirne. Warum klappt das Denken und Merken aber bei manchen nicht so gut?
KONRAD: Wir haben zwar nicht alle das gleiche Potenzial, aber grundsätzlich ist das schon richtig. Das Gehirn und seine Aktivität nehmen im Lauf der Jahre eine Entwicklung. Es war für die Menschen beispielsweise schon immer wichtig zu wissen, was sie essen können oder wo sie Schutz finden oder wer Freund und wer Feind ist. Was wir heute mit dem Gehirn anstellen, dafür ist es gar nicht gemacht. Darum kann man es auch mit den Mnemotechniken der Gedächtnisforschung gut entwickeln. Und das bei allen ziemlich gleich, auch wenn es am Ende........
