Was sagen die Baustellen-Besucher über das Panorama? „Das wird ein Mehrwert für Konstanz“
Neugier, Faszination, Begeisterung – aber auch ein paar Zweifel, ob das wirklich alles fertig wird: Das künftige Asisi-Panorama sorgt weiter für Gesprächsstoff in Konstanz. Dass hier in zwei Monaten schon die Besucher ein- und ausgehen sollen, können sich viele von ihnen allerdings nicht vorstellen.
Bis zur Eröffnung wartet noch viel Arbeit
Als die Gäste von „Der SÜDKURIER öffnet Türen“ exklusiv die Baustelle besichtigen, sagen viele von ihnen instinktiv: „Da ist aber noch viel zu tun.“ Immerhin sollen die ersten zahlenden Besucher am Pfingstsamstag, 23. Mai, die neue Attraktion in der größten Stadt am Bodensee besuchen. „Das ist gigantisch groß, ich kann mir nicht vorstellen, dass das in zwei Monaten schon fertig sein soll“, bekennt zum Beispiel der Konstanzer Dennis Tremmel, „aber ich bin echt gespannt, wie es dann aussieht“.
Hinter ihm hängt, noch sorgsam verhüllt, das 3300 Quadratmeter große Bild, das die Wand des zylinderförmigen Baus von innen wie ein Vorhang bedecken wird. „Ich möchte mir das unbedingt anschauen, wenn es fertig ist“, sagt Tremmel auf der Baustelle. Und glaubt: „Das hat auf jeden Fall einen Mehrwert für Konstanz – auch wenn wir eigentlich genug Touristen haben.“
„Bombastisch, das ist ein tolles Raumerlebnis“, findet auch Christian Würfl aus Gaienhofen, nachdem er zum ersten Mal den Hauptraum mit 36 Metern Durchmesser und 34 Metern Höhe betreten hat. „Nach einem so innovativen Holzbau muss man hier in der Region sicher lange suchen“, erklärt Würfl, selbst Baufachmann, „die ganze Technik ist sehr spannend“. Und mit Blick auf die Baustelle entfährt ihm: „Oh, da ist noch viel zu tun, aber die wissen schon, was sie tun hier.“
„Ich habe mich sehr gefreut, dass ich da als eine der ersten überhaupt anschauen darf“, ist Sabine Ruhland begeistert. „Ich freue mich sehr, dass Konstanz so etwas Tolles bekommt.“ Asisi-Panoramen hat sie schon in Pforzheim und Berlin gesehen und sei sehr beeindruckt gewesen. „Ich finde den Ort sehr gut am Eingang von Konstanz“, ergänzt sie, „ich denke, das ist ein großer Mehrwert für uns Konstanzer.“ Das auch, weil das Bild, das die Stadt zur Zeit des Konzils (1414–1418) zeigt, sehr gut hierher passe. Und deshalb will sie nach der Eröffnung wiederkommen: „Natürlich, das lasse ich mir nicht entgehen.“
Rund- und Tiefblicke auch schon ohne Panorama-Bild: Das beeindruckt die Gäste bei der Baustellenführung besonders. Denn aus der Nähe sieht das Gebäude an der auch schon recht massiven Schänzlebrücke noch um einiges größer aus. Im Inneren können die Mutigen von einer schmalen Galerie durch die Gitterroste in die Tiefe blicken, wo der am Boden so mächtige, 15 Meter hohe Turm im Zentrum des künftigen Bildes ganz klein aussieht.
Aber auch der Blick über Untersee, Rhein, Obersee, die Stadt und in den Hegau sowie die Alpen haben es den Gästen angetan. Als sie erfahren, dass man das Restaurant ganz oben auch einfach so besuchen kann und es sogar eine Terrasse – mit hohen Glasscheiben zum Schutz – hat, sagen sie einhellig: Da müssen wir hin. „Da werde ich sicher das eine oder andere Mal einen Kaffee trinken“, ist sich Sabine Ruhland sicher.
Andreas Willmann aus Rielasingen-Worblingen kam voller Neugier auf die Baustelle und zeigt sich ebenfalls beeindruckt – nicht nur vom Gebäude, sondern auch den enormen Aufgaben, die in der Erbauung stecken. Zwischen riesigen Hubsteigern, großen Mengen Baumaterial und vielen emsigen Handwerkern sagt Willmann: „Ich bin gespannt, ob sie es wirklich pünktlich schaffen, zum 23. Mai zu eröffnen.“
Die Zweifel können Geschäftsführer Johannes Schweizer und Bauleiter Mike Vivas in weiten Teilen zerstreuen. „Es sind jetzt viele Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle“, sagt Vivas, „da ist in kurzer Zeit erstaunlich viel möglich.“ So steht der Einbau der beiden Aufzüge bis in 50 Meter Höhe unmittelbar bevor, die Technik für Gastronomie und Kasse wird bald angeliefert, die ersten Fenster werden gerade auf die Baustelle gebracht, als die Gäste von „Der SÜDKURIER öffnet Türen“ ihren Rundgang machen.
Auch die Arbeiten an der farbenfrohen Fassade können bald beginnen. „Sieht toll aus“, sagen die Besucher, als sie erste Musterstücke der metallenen Platten sehen. Mehr als 2000 davon werden den Turm mit seinen 7000 Quadratmetern Außenwandfläche zu einem Hingucker machen. „Ein Leuchtturm“, findet Sabine Ruhland. Dass auch die Außengestaltung im unverwechselbaren Stil des weltweit renommierten Architekturbüros Sauerbruch Hutton bei den Gästen gut ankommt, freut Johannes Schweizer.
Und Mike Vivas, der gerne auch von einer „Baustelle meines Lebens“ spricht, bereitet die Zuhörer schon einmal darauf vor, dass auch die ersten Panorama-Besucher noch etwas Baustellen-Flair erleben können: „Dass wir die Fassade zur Eröffnung schon ganz fertig haben, kann ich nicht fest versprechen, aber ein Hingucker wird unser Gebäude auf jeden Fall schon sein.“
Investoren sprechen von über 20 Millionen Euro Kosten
Und der Bauleiter ist sich sicher: „Die Leute werden staunen, wie schnell das am Ende geht. Ich bin mit meinen Handwerkern sehr zufrieden, die haben das bisher sehr toll gemacht!“ Von der Pfahlgründung in fast 50 Metern Tiefe bis zu den Dachdeckerarbeiten in über 50 Metern Höhe, bei Wind und Wetter, sei bisher alles gut gelaufen. Und die nicht öffentlich kommunizierte Bausumme – die privaten Investoren nennen nur einen Betrag von deutlich über 20 Millionen Euro – werde auch weitgehend eingehalten, so Vivas. Auch das sorgt für einiges Staunen.
Ab wann gibt es Karten zu kaufen?
Eine Panorama-Karte fürs Osternest? Da müssen sich Interessierte noch ein wenig gedulden, aber innerhalb der nächsten Wochen soll der Verkauf beginnen, so Geschäftsführer Johannes Schweizer. Ab 23. Mai ist das Asisi-Panorama mit Dachrestaurant geöffnet. Die Eintrittspreise stehen noch nicht fest. Für einen Erwachsenen werden sie aber unter 20 Euro betragen, darauf legt sich Schweizer fest. Für Kinder, Studierende, Familien und Gruppen sind ihm zufolge teils erhebliche Rabatte geplant. Und: Das Restaurant kann auch ohne vorherige Besichtigung von Panorama und Begleitausstellung besucht werden.
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