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Besuch beim Gnadenhof am Bodensee: „Ich möchte mit meinen Tieren alt werden“

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22.03.2026

„Unsere Nachbarn hassen uns“ – mit diesem Satz beginnt ein Video des Gnadenhofs in Wallhausen auf Instagram. Eine steile These, die hängen bleibt. Doch wer den Hof besucht, merkt schnell: Die Wirklichkeit ist leiser – und deutlich wärmer. „Das war bewusst überspitzt“, sagt Ulrike Gensele. Sie führt den Gnadenhof. „Eigentlich haben wir ein gutes Verhältnis zu unseren direkten Nachbarn.“ Auch Birgit Niederhafner, die als Nachbarin regelmäßig mithilft, sagt: „Hier im direkten Umfeld klappt das gut. Wenn etwas ist, ruft man sich einfach an.“

Bea und die Ziegen leben als kleine Familie auf dem Hof

Auf der Weide steht Bea, ein ruhiges Pferd, das seit vielen Jahren hier lebt. In ihrer Nähe grasen die Ziegen: Pferdi, der Bock, dazu Fleckchen, Jaja Bings und Leni. Sie bilden, wie Gensele sagt, „eine kleine Familie“. Bea hat ihr früheres Pferdegefährten verloren – seitdem schläft sie bei den Ziegen. „Die halten zusammen“, sagt Gensele. „Das ist wie bei uns Menschen.“ Aber: „Was manche Menschen Tieren antun, ist schwer zu begreifen“, sagt sie leise. „Hier bekommen sie ein sicheres Zuhause.“

Der Alltag auf dem Hof ist geprägt von Fürsorge – und von Abschied. „Man beschäftigt sich hier viel mit dem Tod“, sagt Niederhafner. „Am Anfang war........

© Südkurier