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Narrenbrunnen im Pärkle – Tradition, die sprudelt

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17.04.2026

Tradition braucht einen Platz

Der Herzenswunsch der Narrenzunft Hungrige Stühlinger, ein Narrenbrunnen im Ort, wird endlich wahr. Unter dem Motto „300 Jahre Tradition braucht einen Platz in Stühlingen“ lud der Narrenverein zu einem Infoabend im Feuerwehrgerätehaus und stellte vor, wie der Brunnen aussehen wird. Vereinsarchivar Arnfried Winterhalder erzählte, dass schon vor 45 Jahren der Wunsch entstanden sei, einen Narrenbrunnen zu errichten. Damals gab es jedoch zur gleichen Zeit die Möglichkeit, eine Zunftstube am Stadtweg zu bauen. So stellte man den Brunnenbau zurück. 2008 flammte die Idee wieder auf, als die Innenstadt saniert wurde. Damals war der Kronenplatz als Aufstellungsort priorisiert. Doch die Gemeinde bevorzugte das Pärkle, was den Narren damals nicht gefiel. So wurde der Wunsch wieder in die Schublade gesteckt.

Nächstes Jahr, an der Fastnacht 2027, wird der 75. Geburtstag des Vereins gefeiert. In einem Zeitungsartikel des SÜDKURIER von 1952 hat Arnfried Winterhalder gelesen, dass aus dem Keller des Gasthauses Rebstock der Ruf eines Hansele zu hören gewesen sei, was die Auferstehung der Stühlinger Fastnacht angekündigt hätte. Anlässlich dieses Jubiläums entstand nun in der Vorstandschaft erneut der Wunsch, einen Narrenbrunnen zu bauen. Im April 2025 kam ein positives Signal von Bürgermeister Joachim Burger, dass der Platz am Pärkle möglich wäre

Projekt nimmt Fahrt auf

So wurde die Projektgruppe Hansele im Pärkle gegründet, die sich nach gründlichen Überlegungen und Gesprächen mit dem Pärkle vertraut machte. So wird der vorhandene Wassersprudler in den Brunnen umgeleitet und die vorhandenen Steinwürfel dürfen entfernt werden. Sie würden nicht so gut in das zukünftige Gesamtbild passen. Horst Neumann bot sich an, einen passenden Findling für den Brunnen zu suchen.

Die Figur des Hansele war für die Projektgruppe eine etwas größere Aufgabe. Zum einen musste die Größe festgelegt werden, zum anderen war man unschlüssig, ob die Figur bunt oder unifarben werden soll. Da ein farbiger Hansele spätestens alle 10 Jahre nachgestrichen werden müsste, einigte man sich auf eine Figur aus Bronze, die viele Generationen überleben wird. Der Brunnenstein wird circa 80 und die Hanselefigur 150 Zentimeter hoch werden und der Hansele wird 200 Kilogramm wiegen.

Hauptfigur in der Stühlinger Fasnacht ist der Hansele. Er trägt ein Häs aus rechteckigen Filzplätzle, die in einer fest vorgegebenen Farbreihenfolge angebracht sind. Vertikal rot, grün, schwarz, gelb und grau sowie horizontal schwarz, rot, gelb, grün und grau. Dazu gehören weiße Handschuhe, ein weißer Rollkragenpulli und dunkle, feste Schuhe. Er schwingt eine Saubloder (Schweinsblase) an einem Geißelzopf. Zum Häs gehört außerdem eine geschnitzte Maske aus Lindenholz mit einem Plätzle-Kopftuch. Die ersten Holzmasken wurden von Artur Würth geschnitzt, jede mit einem eigenen Gesichtsausdruck. Der Nachwuchs der Zunft, der Narresome, trägt ein Kinderhäs ohne Maske und führt bei Umzügen die Hanselegruppe an.

Der Gemeinderat stimmte im März 2026 dem Gesuch zu, so zur Freude der Projektgruppe die Planung jetzt Fahrt aufnehmen. Es wurden 30.000 Euro Entstehungskosten ermittelt, wovon der Narrenverein ein Drittel übernehmen wird. Der Rest soll über Spenden finanziert werden. In einem Prospekt werden Spender und Förderer aufgerufen, das Herzensprojekt mit einer Spende möglich zu machen. Je nach Höhe des Spendenbetrags wird es dann Förderer (bis 99 Euro), Bronze-Spender (ab 100 Euro), Silber-Spender (ab 500 Euro) und Gold-Spender (ab 2000 Euro) geben. Bronze-, Silber- und Goldspender werden auf einer Spenderliste beim Brunnen genannt und erhalten neben der Spendenbescheinigung noch einen Spenderbutton.   

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