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Landwirte in Niedereschach wehren sich gegen geplanten Biotopverbund. Skepsis über freiwillige Teilnahme.

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30.03.2026

Zu einer ersten, sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Zuge der bereits im Jahr 2024 beschlossenen gemeinsamen Biotopverbundplanung der Gemeinden Niedereschach und Dauchingen, waren jüngst die Landwirte aus Niedereschach und Dauchingen in den Sitzungssaal des Niedereschacher Rathauses eingeladen.

Gemeinden sind gesetzlich zu den Gutachten verpflichtet

Steffen Wolf und Linda Keil vom mit der Planung beauftragten Institut für Naturschutz und Landschaftsanalyse (Inula), erklärten im Beisein der Bürgermeister Torben Dorn (Dauchingen) und Martin Ragg (Niedereschach) sowie vom Schwarzwald-Baar-Kreis Julian Kaiser vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) und Antonia Zähringer und Janis Bloh vom Landwirtschaftsamt, worum es bei der Planung geht. Sie erläuterten die genauen Hintergründe und die geplante Vorgehensweise, um das Gutachten, zu dessen Erstellung die Gemeinden gesetzlich verpflichtet sind, anfertigen zu können.

Mehrfach wurde betont, dass die Umsetzung der in der zu erstellenden Biotopverbundplanung vorgeschlagenen Maßnahmen für die Landwirte rein freiwilliger Natur sei. Sie erfolge nur in enger Absprache und auf der Grundlage individuell gestalteter, auch mit Fördermöglichkeiten für bestimmte Bewirtschaftungsweisen einhergehenden Vereinbarungen und Verträge. Wolf machte deutlich, dass die Freiwilligkeit gilt und es nicht, wie von manchen Bewirtschaftern befürchtet, um eine Art Enteignung gehe. Vielmehr gehe es auf der Grundlage der Planung um praktische Hilfen für die Gemeinde und Bewirtschafter, die im Sinne des Naturschutzes und dem damit verbundenen Erhalt bestimmter Tierarten durch einen sinnvollen Biotopverbund verbessert werden könnten.

Im Rahmen des Biodiversitätsstärkungsgesetzes, das nach dem Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ überarbeitet worden war, zählt die Planung der Biotop-Verbünde zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden. Die Biotopverbundplanung soll Grundlage sein für die Erhaltung eines attraktiven Umfelds für die Naherholung und für ein funktionierendes Ökosystem. Im Gemeinderat von Niedereschach und Dauchingen war man mehrheitlich der Meinung, die Planung vorzunehmen, solange diese noch großzügig vom Land mit 90 Prozent gefördert wird.

Weitere Gesprächsrunden folgen

Im Verlauf der lebendigen Diskussion mit den Landwirten wurde deutlich, dass es doch gewisse Zweifel gibt, ob es langfristig bei der Freiwilligkeit bleibt. Die Stimmung bei der Veranstaltung passte auch zu den abschließenden Ausführungen von Bürgermeister Torben Dorn, der im Einklang mit seinem Amtskollegen Ragg davon sprach, dass „die Thematik auch in den Gemeinderäten keine Begeisterungsstürme ausgelöst“ habe. Dazu passte auch die Wortmeldung des Niedereschacher Landwirts Gerhard Herbst, der befürchtet, dass man mit der Biotopverbundplanung ein Fass aufmache, er das Ganze als „Kokolores“ betrachte und hinzufügte: „Wehret den Anfängen.“

Dorn wies darauf hin, man das Verfahren noch selbst in der Hand habe, dass die Gemeinden ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen müssen, und man natürlich die Kosten für die Planung (100.000 Euro, finanziert durch 90.000 Euro Zuschuss vom Land) und damit noch je 5000 Euro aus der Gemeindekasse von Niedereschach und Dauchingen, wie geschehen hinterfragen könne. Er warb für eine gewisse Flexibilität. Wenn der konkrete Entwurf vorliege, werde man in den kommenden, dann allen Interessierten zugänglichen Gesprächsrunden sehen, was von den Vorschlägen umsetzbar ist. „Schauen sie, dass wir das Thema geschmeidig mit dem größtmöglichen Einvernehmen auf das Gleis bekommen“, lautete sein Appell an die Landwirte.

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