12.550 Stunden im Einsatz: Hinter dem Sicherheitsgefühl am See liegt eine enorme Kraftanstrengung
Wenn im Sommer die Sonnenstrahlen im Wasser reflektieren, das Wasser sanft gegen die Boote plätschert und hunderte Badegäste den Untersee genießen, wirkt die Sicherheit am Radolfzeller Ufer wie eine Selbstverständlichkeit. Doch hinter dieser Idylle steckt eine unsichtbare Kraftanstrengung: insgesamt 12.550 Stunden haben die ehrenamtlichen Helfer beim Radolfzeller Ortsverein der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Vorjahr in die Sicherheit der Menschen investiert. Umgerechnet sind es über 520 Tage am Stück, rund um die Uhr.
Als der Vorsitzende Steffen Mengele die Bilanz jüngst im Wassersportclub Wäschbruck präsentierte, wurde schnell klar: Die Sicherheit am und im Wasser ist das Ergebnis einer unermüdlichen Arbeit – angefangen von der Wache am Badestrand, der Lebensrettung im See und der Aufsicht bei Veranstaltungen bis hin zur Prävention und Jugendarbeit.
Sicherheit beginnt bereits mit dem Seepferdchen
Die Sicherheit am See beginnt schon bei den Kleinsten - wie zum Beispiel bei den 60 Kindern, denen der Ortsverein im vergangenen Jahr das Schwimmen beigebracht hat. Jeden Donnerstag wird außerdem im Radolfzeller Seebad der Nachwuchs der DLRG trainiert. Das Jugend-Einsatz-Team (JET) der Ortsgruppe bereitet dort die angehenden Einsatzkräfte intensiv auf ihre Aufgaben als Sanitätshelfer und als Wasserretter vor. Wer diese Arbeit vorort und hautnah erleben möchte, hat dazu bald die Gelegenheit: Am 21. Mai findet im Seebad ein öffentliches JET-Training statt.
Training und Prävention gehen beim Ortsverband grundsätzlich Hand in Hand: Zwei Mal wöchentlich kommen die Jugendlichen und die Wettkampftrainer zusammen. um die Technik und Ausdauer zu verfeinern. Wie auf der Versammlung berichtet wurde, hat der Verein seit dem vergangenen Sommer auch ein Mitgliederschwimmen etabliert. Hervorzuheben ist ebenso das wöchentliche Seniorenschwimmen für die Fitness im Alter.
Doch dahinter steht viel Arbeit: Allein 4500 Stunden flossen im Vorjahr beim Ortsverein in die Ausbildung wie in das Schwimmtraining der Retter, die medizinische Fortbildung, in die Rettung und das Führen von Booten. Auch im Hintergrund sind die Ehrenamtlichen im Ortsverein hochgradig aktiv, von der Organisation der Sicherungsdienste, der Koordination des Wachplans bis zu der Ausarbeitung eines neuen Konzepts für die Einsätze am Radolfzeller Seebad wie den Reparaturen und Wartungsarbeiten an den Booten und Fahrzeugen und der Überprüfung der eigenen Ausrüstung. Insgesamt 3355 Arbeitsstunden flossen allein in die Organisation, Verwaltung, Pflege und Instandhaltung der Ausrüstung.
Beeindruckende Bilanz
Die auf der Versammlung vorgelegten Zahlen verdeutlichten, dass die DLRG enorm in ihre Aufgaben investiert - und das mit gutem Grund, wie die Bilanz von vergangenen Jahr belegt. Denn der Ortsverein der DLRG blickte allein im Vorjahr auf 221 Einsätze zurück – angefangen von der Lebensrettung bis zu den 165 Erste-Hilfe-Leistungen bei Unfällen aller Art und zusätzlichen 29 Alarmierungen per Funkmeldeempfänger. Weitere 24 Mal sorgten die DLRG-Ehrenamtlichen mit ihrem Sicherheitsdienst für sichere Abläufe von Veranstaltungen am See.
Mitglieder und Ehrungen
Die Mitgliederzahl beim Radolfzeller Ortsverein der DLRG erreichte einen Höchststand von 424 Personen. Auf der Versammlung wurden Mitglieder mit einer besonders langen Mitgliedschaft persönlich oder in Abwesenheit geehrt. Helga Riedlinger und Walter Hiller blicken auf eine 70-jährige Mitgliedschaft bei der DLRG zurück. Geehrt wurden auch Hartmut Buchegger und Herbert Häring für ihre 60 Jahre andauernde Treue zum Ortsverein. 50 Jahre Mitgliedschaft feiern Hedwig Günter und Joachim Maier. Seit 40 Jahren sind Ronny Spreda und Sven Witte bei der DLRG.
Und auch die DLRG-Hundestaffel, die Vermisste aufspüren kann, ist ein Pfeiler der regionalen Gefahrenabwehr. Alarmiert wird die Einheit, wenn Menschen vermisst werden und die Gefahr besteht, dass sie sich in Gebieten wie Waldstücken aufhalten – also etwa, wenn demente Senioren aus Pflegeheimen verschwinden oder wenn Hilferufe aus einem Wald gemeldet werden. Weil es sich bei den Hunden der Staffel um sogenannte Flächensuchhunde und nicht Spurensuchhunde handelt, spüren sie dabei nicht ganz bestimmte Menschen anhand deren Fährte auf, sondern suchen generell nach Menschengeruch.
Die Staffel ist mit 13 Hundeführern in drei Teams an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag abrufbereit. Sieben Hunde befinden sich in Ausbildung. Die Alarmierung der Staffel erfolgt über die Polizei und über die integrierte Leitstelle Konstanz. Das Einsatzgebiet der Hundestaffel ist der gesamte Landkreis.
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