Warum sich die Mehrheit der Bürgermeister für die Privatisierung der Klinik am Bodensee entschied
Der Kreistag hat über die Zukunft der Krankenhäuser entschieden. Bei der Abstimmung zeichnete sich unter den Bürgermeistern ein deutliches Bild ab: 13 der 19 im Kreistag vertretenen Rathauschefs zogen die Privatisierung einer kommunalen Lösung vor. Nur fünf sprachen sich für einen Zusammenschluss mit der Oberschwabenklinik (OSK) aus. Der Überlinger OB stimmte nicht mit ab.
Privatisierung, um den Haushalt zu schonen?
Das Konzept des Krankenhauskonzerns Ameos belastet den Kreishaushalt weniger als das OSK-Modell – und damit auch die Finanzen der Kommunen. Zogen die Bürgermeister deshalb eine Privatisierung vor? „Es mag so aussehen, dass wir Bürgermeister nur die Kreisumlage im Auge hatten. Dem möchte ich widersprechen“, sagt Stettens Rathauschef Daniel Hess. Auch Meckenbeurens Bürgermeister Georg Schellinger meint: „So einfach dürfte es sich niemand gemacht haben.“ Entscheidend sei für ihn ein leistungsfähiges Krankenhaus. „Nur Ameos hat ein medizinisches Konzept für eine Klinik als Vollversorger vorgelegt“, sagt er. Die These, der Wettbewerb zwischen Ravensburg und Friedrichshafen habe beide geschwächt, sei über die Jahre oft wiederholt, aber nicht belegt worden.
Markdorfs Bürgermeister Georg Riedmann verweist auf seine Fraktionserklärung, in der „monetäre Aspekte eine extrem untergeordnete Rolle gespielt haben“, da die wirtschaftlichen Folgen beider Modelle unsicher seien. Ausschlaggebend sei für ihn von Beginn an die Einschätzung gewesen, dass der Standort Friedrichshafen im OSK-Konzept deutlich zu stark verkleinert werde und dadurch langfristig gefährdet sei, insbesondere im........
