Eine Schatzsuche durch Konstanz, ohne dort zu sein. Wie geht denn das?
Ein Stadttor, vertraute Straßennamen und der See: Wer genau hinschaut, erkennt schnell die Vorbilder aus Konstanz in der fiktiven Stadt Stadelhofen. Die zwei Grundschullehrerinnen Anika Hau-Schmitt und Carmen Kunze hatten die Idee, Lesen mit Bewegung zu verbinden, und das Buch „Lesen trifft Bewegung: Lese-Rallyes in Stadelhofen“ entwickelt, welches zudem noch an ihre Heimatstadt Konstanz erinnert.
Konstanz inspiriert zur bewegten Leseförderung
Entstanden ist die Idee während des Lockdowns: Die beiden Lehrerinnen berichten, dass ihre Kinder damals immer wieder nach Schatzsuchen verlangten. Dabei fiel den beiden auf, dass sie dadurch ganz nebenbei lasen, ohne es als klassische Leseübung wahrzunehmen.
Wichtig war, das Konzept mit einem festen Stadtplan zu verbinden, der unabhängig vom Ort funktioniert. Dafür holten sich die Lehrerinnen Unterstützung. Die Illustratorin Claudia Huber entwarf eine fiktive Stadt mit dem Namen Stadelhofen, so wie der Konstanzer Stadtteil, in dem auch die Lehrerinnen wohnen. Viele Elemente sind bewusst an Konstanz angelehnt. So wird die Gartenstraße zum Gartenweg, es gibt die Konstanzerstraße und die Torstraße führt unter dem Schnetztor hindurch.
„Die Kinder erkennen das dann und fragen direkt: Ist das Konstanz?“, erzählen die beiden. Gearbeitet wird mit Karten, auf denen die Texte stehen. Die Kinder lesen also einen Hinweis, verfolgen ihn mithilfe des Stadtplans und suchen anschließend den nächsten Umschlag mit dem passenden Straßennamen. So entsteht eine Schatzsuche, die flexibel im Klassenzimmer, im Garten oder an jedem anderen Ort aufgebaut werden kann.
Lese-Rallye macht einfach mehr Spaß
Klassisches Lesen findet meist im Sitzen statt, und genau das wollten die Lehrerinnen bewusst aufbrechen. „Lernen in Bewegung klappt einfach besser“, sagt Carmen Kunze. Gerade für leseschwächere Kinder oder Kinder, die sich schwer längere Zeit konzentrieren können, biete das Konzept eine Alternative. Die Mädchen und Jungen würden dabei nicht das Gefühl haben, eine klassische Leseübung zu machen, sondern vielmehr ein Spiel zu spielen.
Der zweite Band der Lese-Rallyes aus Stadelhofen ist schon in Arbeit: Dieser richtet sich an jüngere Kinder, zum Beispiel durch Silbenschrift und ein leichteres Leseniveau. Der von Konstanz inspirierte Stadtplan bleibt jedoch der gleiche. „Da steckt einfach unglaublich viel Arbeit und Zeit drin“, verrät Anika Hau-Schmitt. Ihr Wunsch ist es, Lehrkräfte und Eltern zu entlasten, indem sie Kindern einen spielerischen Zugang zum Lesen ermöglichen. Mit Hinblick auf den Welttag des Buches am 23. April sagen die beiden, dass dieser in medialen Zeiten immer wichtiger ist, da die Bedeutung von Lesen in den Mittelpunkt gerückt wird.
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