Nach brutalem Überfall: „Ich kann nicht mehr alleine nach draußen gehen“
Persönliche Entschuldigungen seiner Peiniger wollte er nicht annehmen: Der 24-jährige Mann, der am 2. Oktober 2025 mitten in der Nacht zur Konradskirche in Villingen gelockt und dort von einer Gruppe Männer überfallen, massiv geschlagen und verschleppt worden war. Die psychischen Folgen des Überfalls, so berichtete der in Bad Dürrheim wohnhafte Mann, seien bis heute gravierend. An seiner Wohnungstür habe er eine Schließanlage und weitere Sicherheitsvorkehrungen anbringen lassen. „Ich schließe mich zu Hause ein. Ich kann nicht mehr alleine nach draußen gehen“, schilderte der Überfallene, der am zweiten Prozesstag vor der Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts Konstanz als Zeuge gehört wurde.
Die Vernehmung des Zeugen erfolgte nicht im Gerichtssaal, sondern per Video-Übertragung.. Sein Anwalt erklärte, die Gefahr einer erneuten Traumatisierung seines Mandanten sei zu groß, wenn er unmittelbar im Beisein seiner Angreifer den Tathergang schildern müsse.
Überfallopfer akzeptiert schriftliche Reue und Geldangebote
Die Video-Aussage machte der Verteidigung einen Strich durch die Rechnung. Denn gleich mehrere der fünf männlichen Hauptangeklagten, die am Vortag allesamt den Überfall gestanden hatten, wollten die Gelegenheit nutzen, sich bei dem Mann zu entschuldigen, den sie am 2. Oktober in die Falle gelockt und mit brutaler Gewalt niedergeschlagen hatten. Auf derartige Rituale der Reue oder gar einen Händedruck legte der Geschädigte keinerlei Wert. „Das würde alles wieder aufwühlen“, erklärte er. Das könne seine Psyche bisher nicht verkraften. Die Angeklagten sollten ihre Entschuldigungen schriftlich über seinen........
