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Nach dem Winter in Not: Mehrere tote Karpfen am Bodenseeufer in Friedrichshafen entdeckt

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17.04.2026

Bereits Anfang des Monats waren vermehrt große Fischschwärme in den Hafenbecken zu beobachten. Sie suchen dort, wo das Wasser bereits wärmer ist, nach der anstrengenden Winterzeit Erholung, erklärte Alexander Brinker, Leiter der Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg in Langenargen, auf Anfrage. Fische seien wechselwarme Tiere, sie können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Für einige der Tiere war die Erholung in Ufernähe aber offenbar nicht ausreichend oder zu spät.

Mehrere tote Fische am Friedrichshafener Ufer entdeckt

Dem Landratsamt zufolge wurden in den vergangenen Tagen an mehreren Uferabschnitten in Friedrichshafen tote Fische – überwiegend Karpfen – entdeckt. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, es zeichnet sich aber ab, dass von einer natürlichen Todesursache auszugehen ist. Hinweise auf Schadstoffe oder andere äußere Einflüsse liegen dem Pressetext zufolge jedenfalls nicht vor. Um auszuschließen, dass Viruskrankheiten eine Rolle spielen, erfolgen derzeit noch Untersuchungen durch das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt Aulendorf.

Karpfen vom Winter erschöpft, Bodensee noch sehr kalt

Karpfen sind Warmwasserfische, erklärt die Behörde. Das bedeute, dass sie sich besonders bei höheren Wassertemperaturen wohlfühlen. „Im Bodenseeraum leben sie jedoch an der Grenze dessen, was sie an niedrigen Temperaturen noch gut vertragen.“ Gerade diese Phase im Frühjahr kann für die Tiere belastend sein, heißt es weiter: Nach dem Winter sind die Energiereserven der Fische oft erschöpft, während das Wasser noch sehr kalt ist. Der Stoffwechsel der Karpfen läuft bei niedrigen Temperaturen langsamer ab, die Tiere sind geschwächt und können sich schlechter an wechselnde Bedingungen anpassen. Kommen dann zusätzlich Temperaturschwankungen oder ein knappes Nahrungsangebot hinzu, steigt die Anfälligkeit für Erkrankungen. Ein Teil der Fische übersteht diese Phase nicht. Die verbliebenen Tiere ziehen sich mit steigenden Wassertemperaturen in der Regel wieder ins Freiwasser zurück.

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