Jetzt erst recht: Der Spritpreis-Wahnsinn braucht Kontrolle
Wer gehofft hatte, der Spritpreis-Wahnsinn der vergangenen Wochen nehme nach dem Waffenstillstand im Nahen Osten endlich ein Ende, wurde bitter enttäuscht. An vielen deutschen Tankstellen kletterten die Tarife für Diesel und Benzin sogar weiter nach oben. Wieder einmal bestätigt sich die eherne Rakete- und Feder-Regel der Zapfsäulen: Rauf gehen die Preise bei jeder Erhöhung der Rohölpreise raketengleich, um dann bei sinkenden Einkaufskosten ganz gemächlich nach unten zu sinken – wie eine schwebende Feder.
Dabei spielt das Öl, das über die Straße von Hormus transportiert wird, für die Versorgung Deutschlands kaum eine Rolle. Dass die weltweite Verknappung die Preise nach oben treibt, wie die Mineralölkonzerne argumentieren, erklärt die horrenden, hierzulande im Vergleich zu Nachbarstaaten besonders heftigen Preiserhöhungen nur zum Teil. Die Situation zeigt einmal mehr, dass die Preisgestaltung, die den Tankstellenbetreibern von den Sprit-Riesen vorgegeben wird, völlig willkürlich erfolgt und nur eine Maxime kennt: maximalen Profit zu erzielen.
Die Zwölf-Uhr-Regel ist verpufft
Die Bundesregierung tut also gut daran, sich trotz der ersten Anzeichen einer Entspannung zwischen dem Iran auf der einen und den USA und Israel auf der anderen Seite weiter Gedanken über eine wirksame Einhegung der Gier an den Zapfsäulen zu machen. Denn das kürzlich in Kraft getretene Dekret, dass die Preise nur einmal täglich heraufgesetzt werden dürfen, hat den geplagten Autofahrern kaum etwas geholfen. Jetzt muss nicht nur die bereits verschärfte Missbrauchsaufsicht durch das Kartellamt weiter ausgebaut werden, es gilt, ergebnisoffen weitere Maßnahmen zu prüfen. Und auch einfach mal auszuprobieren. Gleichzeitig ist deutlich mehr Tempo darin nötig, die Energieversorgung von Importen unabhängiger zu machen.
Mit Blick auf die Zukunft: Der Wildwuchs muss aufhören
Und mal ganz von der Weltlage abgesehen: Es ist längst an der Zeit, den Wildwuchs bei den Spritpreisen zu lichten. So gibt es schon seit Jahrzehnten immer um diese Jahreszeit eine kleinere Preisexplosion bei Super und Diesel. Wirklich gute Erklärungen gibt es nicht, dafür einen auffälligen zeitlichen Zusammenhang zu den Osterferien, in denen viele Menschen verreisen. Und das Phänomen wiederholt sich: in den Pfingstferien. Und erst recht in den berüchtigten Sommerferien! Und auch die Fahrer von Elektroautos sind da nicht außen vor. Die Ladesäulen werden ja oft von denselben Energieriesen betrieben, die ihre unverschämte Preispolitik nun einfach auf das Geschäft mit dem Strom übertragen. Zeit, ihnen endlich auf die gierigen Finger zu klopfen.
Sie wollen wissen, wo Sie gerade am günstigsten tanken können? Hier finden Sie zu jeder Zeit die aktuellen Preise an allen Tankstellen in der Region.
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