Magische Handball-Momente helfen dem Prestige des Bergischen HC
Silber-Coup des BHC beim Final Four bietet dem Club große Chancen
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Die sensationelle Silbermedaille des BHC beim Final Four in Köln kann mehr als „nur“ ein historischer Erfolg für den Bundesligisten sein, analysiert ST-Sportredakteur Thomas Rademacher.
Solingen. Es läuft für zwei von drei Solinger Spitzenteams im Handball. Bei den Frauen hat der HSV Solingen-Gräfrath das Zweitliga-Derby gegen den Bergischen HC eindrucksvoll mit 32:19 vor 1000 Zuschauern in der Klingenhalle gewonnen. Ein tolles Match, das dann aber doch – so ehrlich muss man sein – durch die Sensation der BHC-Männer beim Final Four in der ausverkauften Kölner Lanxess-Arena in den Schatten gestellt wurde. Das 31:30 nach Siebenmeter-Werfen gegen den SC Magdeburg war nicht nur die Krönung einer Leistung, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Es war auch der Sieg in einem epischen Spiel, das in diesem Verlauf im gesamten Handball Seltenheitswert hat und noch in vielen Jahren Gesprächsthema sein wird.
BHC ist verdienter Pokalsieger der Herzen
Am Ende wird das Event aus nationaler Sicht zwar nicht als Wunder von Köln in Erinnerung bleiben. Denn die im Finale um den DHB-Pokal hochfavorisierten Füchse Berlin haben sich einen Tag später eindeutig mit 42:33 durchgesetzt. Doch der BHC war auch nach der Niederlage Pokalsieger der Herzen. Diesen „Titel“ hatten sich die Spieler mit ihrem leidenschaftlichen Auftritt gegen den Champions-League-Sieger und voraussichtlichen Deutschen Meister 2026 verdient.
Gestern vor zwei Jahren haben Markus Pütz und Arnor Gunnarsson diesen Verein im Abstiegskampf in Trümmern liegend übernommen.
Gestern vor zwei Jahren haben Markus Pütz und Arnor Gunnarsson diesen Verein im Abstiegskampf in Trümmern liegend übernommen.
Florian Schmidt-Sommerfeld
Siegtorschütze Noah Beyer war gefragtester Interviewpartner der gesamten Veranstaltung. Der BHC war und ist Pokal-Thema Nummer eins und damit die Attraktion des größten, maximal aufwendig inszenierten nationalen Handball-Events. Dyn-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld, auch Schmiso genannt, sparte unmittelbar nach der Sensation gegen Magdeburg zu Recht nicht an Pathos: „Gestern vor zwei Jahren haben Markus Pütz und Arnor Gunnarsson diesen Verein im Abstiegskampf in Trümmern liegend übernommen. Sie sind abgestiegen, wieder aufgestiegen und ziehen jetzt zum ersten Mal in der Geschichte des BHC ins Finale des DHB-Pokals ein. Das ist der größte Erfolg, den dieser Club jemals hatte.“
Chance auf nachhaltige Image-Verbesserung
Keine Frage, der BHC hat am vorigen Wochenende extrem viele Sympathiepunkte gesammelt. Im Konzert der großen oder traditionsreichen Vereine sind die Bergischen in der Vergangenheit überregional gewiss manchmal als graue Maus wahrgenommen worden. Dieser Erfolg bietet die große Chance, dieses Image nachhaltig zu verbessern – hin zu mehr Prestige.
Ganz viele Fotos: Der BHC schafft beim Final Four die Sensation
Natürlich wird es in den nächsten Wochen andere Geschichten geben. Ein neuer Meister wird gekürt, in der Champions League haben deutsche Teams Titelchancen. Doch der BHC hat die Gelegenheit, einen langfristigen Platz im Herzen vieler Handballfans zu ergattern – nicht nur der treuen eigenen.
Klassenerhalt ist die Basis aller Perspektiven
Dafür ist freilich eine sportliche Etablierung in der 1. Bundesliga nötig. Der längst nicht sichere Klassenerhalt ist und bleibt das kurzfristige Hauptziel. Perspektivisch aber kann das durch Pokal-Silber wohl erworbene Startrecht in der European League auch sehr helfen. Der BHC gewinnt weitere Bekanntheit, wird für Sponsoren noch interessanter und ist vielleicht auch für den einen oder anderen Spieler attraktiver. Für viele sind Partien auf internationalem Parkett wichtig. Beim BHC liegen gerade viele Karten auf dem Tisch. Es wird spannend, wie er sie ausspielt.
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