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König gegen König

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wednesday

König Charles im US-Kapitol: Deutliche Worte zu Nato, Klima und Demokratie

Ungewohnt klar redet der britische König der US-Regierung ins Gewissen. Wirklich zugehört hat ihm dort wohl keiner.

Wie sich die Zeiten ändern. 250 Jahre nachdem sich die Amerikaner von den Briten losgesagt haben, weil ihnen die Macht der Monarchen auf die Nerven ging, steht Charles III. im US-Kapitol und ruft Senatoren und Repräsentanten zu: „Weniger König wagen!“

Auch wenn er den Namen des US-Präsidenten nicht erwähnte, rieben sich Fans der sonst so diplomatischen Royals die Augen, wie klar der Brite vor den US-Kongressmitgliedern Stimmung gegen Donald Trumps Politik betrieb. Mehr für Umwelt und Klima tun, Bedeutung der Nato anerkennen und die Ukraine gemeinsam verteidigen, Unabhängigkeit der Justiz stärken und Wert von multikulturellen Gesellschaften mehr schätzen: All das mahnte Charles an, auch wenn ihn die britische Verfassung eigentlich zur politischen Neutralität aufruft.

Was die Vereinigten Staaten bewegt: Die USA-Experten des RND ordnen ein und liefern Hintergründe. Jeden zweiten Dienstag.

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Angesichts der mehrfachen stehenden Ovationen der Anwesenden kam man beinahe auf die Idee, dass auch die US-Republikaner solche Ziele befürworten. Doch das ist freilich eine Lüge. In Wahrheit haben Trump und seine Partei eine solche Politik längst hinter sich gelassen.

Trumps Lippenbekenntnis

Im Zuge der „No Kings“-Proteste in den USA hatte Trump zwar immer wieder behauptet, dass er sich nicht als König sehe. Doch was ist das gemessen an seiner tatsächlichen Politik für ein wertloses Lippenbekenntnis?

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Royals-News: Aktuelle Meldungen der Königshäuser im Newsticker

Am Dienstag reichte sein Justizministerium eine zweite rachegetränkte Klage gegen den Ex-FBI-Chef James Comey ein. Das Außenministerium veröffentlichte neue Entwürfe für eine Sonderedition des US-Passes, inklusive Trump-Porträt auf der Innenseite. Und sogar noch während der Kongress-Rede des Briten postete das Weiße Haus online ein Foto von Trump und Charles. Die Bildunterschrift? „Zwei Könige“. Charles’ Botschaft mag deutlich gewesen sein – gehört wurde sie nicht.


© Solinger Tageblatt