Israel und USA greifen Iran an: US-Präsident Donald Trump spielt mit dem Feuer
Israel und USA greifen Iran an US-Präsident Donald Trump spielt mit dem Feuer
Meinung | Berlin · Am Morgen beginnen Israel und die USA mit Angriffen auf den Iran. Der schickt daraufhin Raketen Richtung Israel. Und riskiert damit einen Flächenbrand im Nahen Osten. Ob ein Regime-Change im Iran wirklich gelingt, ist aber mehr als fraglich.
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Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf.
Die Welt hält den Atem an: Die USA und Israel haben den Iran großflächig angegriffen. Ziel ist, das machen die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump klar, ein Regime-Change in Teheran. Ziel der „Operation gewaltige Wut“ sei es, „unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime“ auszuschalten, sagt der US-Präsident am Samstagmorgen. Er verspricht der iranischen Bevölkerung die Chance auf „Freiheit“ und ruft sie auf, die Regierung in Teheran zu „übernehmen“. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung. Ihr werdet sie übernehmen können. Das wird wahrscheinlich eure einzige Chance in Generationen sein.“
Sein Ziel ist damit klar umrissen: Es geht nicht nur um die Beseitigung des iranischen Atom-Programms wie bei dem letzten Angriff mit Hilfe der USA auf das Land. Sondern um das Ende des Mullah-Regimes, das zuletzt mit brutalster Härte die Aufstände im eigenen Land niedergeschlagen hatte.
Im Umfeld von Kanzler Friedrich Merz (CDU) war man zuletzt skeptisch. Dass Trump wirklich Ernst macht mit dem Angriff auf Iran, erschien zumindest fraglich. Seit dem frühen Samstagmorgen ist klar: Der US-Präsident hat nicht nur gedroht, sondern über Wochen einen Einsatz vorbereitet.
Der Angriff erfolgt nur zwei Tage nach einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik. Einen Durchbruch hatte es bei den Gesprächen in Genf nicht gegeben.
Trump ist nicht im Weißen Haus, sondern präsentiert sich bei seinem Statement in seinem Sitz Mar-a-Lago in Florida. Er räumt auch ein, dass US-Opfer wahrscheinlich sein werden.
Nun ist das iranische Regime für die eigene Bevölkerung und die ganze Welt eine unerträgliche Bedrohung. Der Sturz des Mullah-Regimes wäre eine Erleichterung für die Welt. Doch ob die iranische Bevölkerung wirklich das Regime stürzen kann, während Bomben auf Teheran fallen, ist leider mehr als fraglich.
Auch wirkt es für europäische Diplomaten ein wenig so, als suche der innenpolitisch unter Druck geratene US-Präsident sich mit einem außenpolitischen Präventivschlag in eine bessere Situation zu bringen - zu einem sehr hohen Preis.
Die Welt hält den Atem an. Die Angriffe haben durchaus das Potenzial, nicht nur den Nahen Osten in Chaos zu stürzen.
