Regierung wirkt hilflos: Gestrandete Deutsche – wo ist der Mutmacher?
Regierung wirkt hilflos Gestrandete Deutsche – wo ist der Mutmacher?
Meinung | Berlin · Zigtausende Deutsche sitzen in der Kriegsregion rund um den Iran fest. Die Bundesregierung wirkt bisher hilflos bei der Lösung des Problems. Dabei bräuchten die Menschen jetzt dringend eine Perspektive.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei seiner Pressekonferenz zur Lage im Nahen Osten.
Da hat Johann Wadephul recht: „Ist ein Luftraum geschlossen, ist er geschlossen.“
Die Erkenntnis des Außenministers hilft den gestrandeten Deutschen in der Kriegsregion rund um den Iran freilich nicht. Was diese Menschen jetzt dringend brauchen, ist eine Perspektive für ihre Rückkehr in die Heimat. Und einen Mutmacher, einen Anpacker, der vor allem auch das Gefühl vermittelt, dass die deutsche Regierung alles dafür tut, damit die Gestrandeten nach Hause kommen können.
Wadephul ist das nicht. Die besondere, nüchterne Sachlichkeit, mit der er über die momentane Lage der Bundesbürger im Nahen Osten referiert, wird für Frust und Ärger sorgen. Dahinter steckt offenbar vor allem eines: Hilflosigkeit.
Deswegen zeigt man nun insbesondere mit dem Finger auf die Tourismusbranche. Schaut man aber in andere Länder, wird dort mit dem Problem offenkundig auch anders umgegangen. Großbritannien etwa bereitet sich nach eigenen Angaben bereits akribisch auf die Evakuierung seiner Staatsbürger vor. In Deutschland wird immer noch betont, dass der Einsatz der Bundeswehr nur das letzte aller Mittel sein kann. Nach einer vorausschauenden Planung klingt das nicht.
Selbstverständlich ist die Lage alles andere als trivial, aber das darf keine Entschuldigung sein. Die Betroffenen täglich mit Informationen per Landsleute-Briefe zu informieren, reicht jedenfalls nicht. Es ist die Aufgabe der Bundesregierung, ihre Staatsbürger in Notsituationen zu unterstützen und ihnen zu helfen. Ohne dabei übrigens zum jetzigen Zeitpunkt zu betonen, dass das auf Steuerzahlerkosten geschehe. Das sollte das geringste Problem sein.
Zumindest entsendet der Minister jetzt Krisenteams nach Oman und Doha und will versuchen, so schnell wie möglich „Maschinen für vulnerable Gruppen“ zu schicken. Dazu gehören Kinder, Kranke und Schwangere. Wenigstens ein Anfang.
