Union-Fraktionschef Thorsten Frei: „Ich bin nicht angetreten, um alles anders zu machen“
Union-Fraktionschef Thorsten Frei „Ich bin nicht angetreten, um alles anders zu machen“
Thorsten Frei (CDU) ist seit gut einer Woche neuer Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Im Rentenstreit will er keine Kompromisse machen.
Interview | Berlin · Seit gut einer Woche ist er neuer Fraktionschef der Union: CDU-Mann Thorsten Frei. Warum er jetzt seinen Traumjob hat, wie er auf die Autorität des Kanzlers blickt – und weshalb Frei im Rentenstreit nun auch Bärbel Bas in die Pflicht nimmt.
Herr Frei, sind Sie in Ihrem Traumjob angekommen?
Frei Ja. Diese Tage sind zwar nicht beispielhaft für die Arbeit unter dem Jahr – wir befinden uns in der parlamentarischen Sommerpause. Die sitzungsfreie Zeit bietet aber die Chance, vieles auszuloten, Gespräche zu führen und somit für den politischen Herbst vorzubereiten.
Es hieß, Sie hätten mit dem Amt des Kanzleramtschefs gefremdelt. Warum?
Frei Das stimmt nicht. Ich habe das Amt von Anfang an als große Ehre und Freude empfunden. Meine Aufgaben dort waren ausgesprochen anspruchsvoll und lehrreich. Ich konnte viel bewirken. Im Bundestag habe ich aber wieder deutlich mehr mit Menschen zu tun. Und bei den Debatten dort reden zu dürfen, habe ich in den vergangenen 15 Monaten vermisst.
Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger Jens Spahn?
Frei Ich bin nicht angetreten, um alles anders zu machen. Jeder Fraktionsvorsitzende setzt gemäß seiner Persönlichkeit eigene Schwerpunkte. Die Fraktion ist für die Aufgaben, die sie zu bewältigen hat, sehr gut aufgestellt. Wo Anpassungen nötig sind, werde ich sie Schritt für Schritt vornehmen.
Können Sie sich ein Comeback von Spahn vorstellen?
Frei Grundsätzlich ja. Entscheidend ist, ob Jens Spahn das möchte.
Als Kanzleramtschef haben Sie Friedrich Merz den Rücken freigehalten. Sehen Sie das auch als Ihre Aufgabe als Fraktionschef?
Frei Die Aufgabe ist schon eine andere. Union und SPD müssen die Verabredungen aus dem Koalitionsvertrag in........
