Bayern gegen Stuttgart – Bundesliga startet: Warum Fußball längst religiöse Züge trägt
Bayern gegen Stuttgart – Bundesliga startet Warum Fußball längst religiöse Züge trägt
Die Dortmunder Südtribüne.
Meinung | Düsseldorf · Die 64. Saison der Fußball-Bundesliga beginnt. Für viele Fans trägt die Hingabe an ihren Verein religiöse Züge. Das gibt dem Jahreslauf von Millionen Struktur, wie es früher nur der kirchliche Festkreis konnte. Ist das der neue Volksglaube? Oder bloß Sakrileg?
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Nun also endlich wieder. Wenn am Freitagabend (28. August) um 20.30 Uhr in der Münchner Allianz-Arena die Bayern gegen den VfB Stuttgart die 64. Bundesliga-Saison eröffnen, dann stellt sich in Millionen deutschen Haushalten die mittelfristige Wochenplanung um. Die Sommerpause ist vorbei, nicht nur für die Profis. Jetzt gilt’s, nach allerhand profanem Vorgeplänkel wie dem Supercup. Es geht um die Meisterschaft. „Jetzt hat das Leben wieder einen Sinn“ ist die nur leicht zugespitzte Variante eines massenhaften Gefühls dieser Tage.
Dann pilgern die Massen wieder in den Tempel, um den Lichtgestalten auf dem heiligen Rasen zuzujubeln, um mit ihnen durchs Feuer zu gehen, auf ein Wunder zu hoffen oder vom Schlusspfiff erlöst zu werden. Mancher wird im Verlauf der Saison zum Sündenbock gestempelt, mancher wird sich zum Märtyrer stilisieren. Religiöse Sprache hat den Fußball längst erobert, ohne dass daran noch groß Anstoß (!) genommen würde. Als Reporter Herbert Zimmermann im WM-Finale 1954 Torhüter Toni Turek als „Teufelskerl“ und vor allem als „Fußballgott“ bezeichnete, war das noch ein mittlerer Skandal.
Die religiösen Strukturen der Bundesliga-Saison
Längst hat nicht nur das Sprechen über den Fußball religiöse Einschläge, längst trägt die Anhängerschaft selbst Züge einer Glaubensbewegung. Längst ist die Zugehörigkeit zu einem Fußballklub im säkularisierten Alltag relevanter als........
