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Anschlag auf CSD in Berlin: „Wer so offen seine Lüste präsentiert“ – die brüchige Toleranz für Schwule und Lesben

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27.07.2026

Anschlag auf CSD in Berlin „Wer so offen seine Lüste präsentiert“ – die brüchige Toleranz für Schwule und Lesben

Das in Regenbogenfarben illuminierte Brandenburger Tor nach dem Anschlag auf den Berliner CSD.

Meinung | Düsseldorf · Die Hassreaktionen nach der Terrortat zeigen offen, was Zahlen längst belegen: Mit Homosexualität haben die Deutschen kein Problem – solange sie abstrakt bleibt. Sichtbar im Alltag dagegen, womöglich in der Familie? Da sieht es schon anders aus.

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Wessen Brechreizschwelle hoch genug liegt, der konnte am Wochenende in die Kommentarspalten der sogenannten sozialen Medien blicken, ohne körperlichen Schaden zu nehmen. Der Hauptstrom des Hasses nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day – ohne Hass geht es ja offenbar nicht – ergoss sich wenig überraschend über die Gruppen, mit denen der Täter Abdul B. identifiziert wurde: Islamisten im Besonderen und Muslime im Allgemeinen. Schwer davon zu trennen ist der Hass auf Politiker und Behörden, die die Tat nicht verhindert hätten.

Ein großer Nebenstrom allerdings traf dann schon direkt die Opfer. Und zwar bevorzugt in zwei Varianten – Häme: „Jetzt wird der Regenbogen-Szene ihre selbst geforderte Buntheit zum Verhängnis“, „Zum Dank werden sie überfahren“, „Nun haben sie ihre Vielfalt hautnah erlebt“. Als hätten sich Lesben und Schwule mit Nachdruck für fahrlässige Milde gegen islamistische Gefährder eingesetzt. Und Moralisierung: „Wer so offen seine Lüste präsentiert“, „Karma schickt einen Transporter“, „Wer nicht hören will, muss fühlen“. Als habe eine erzürnte höhere Macht einen Rächer geschickt.

Einstufung In einer Ipsos-Umfrage identifizierten sich 2023 in Deutschland neun Prozent der Befragten als LGBT-Personen, also lesbisch oder schwul (drei Prozent), bisexuell (vier), pan- oder omnisexuell (Begehren unabhängig vom Geschlecht, ein Prozent) oder asexuell (kein oder kaum sexuelles Begehren,........

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