Zwei Tragödien, ein Gefühl: Warum die Schweiz verletzlicher wirkt als je zuvor
Zwei Tragödien, ein Gefühl: Warum die Schweiz verletzlicher wirkt als je zuvor
41 Tote im Club, sechs Tote im Postauto: Die Schweiz trauert zum zweiten Mal – doch die Fragen sind grundverschieden. Ein Kommentar über Fehler, Freiheit und die Grenzen der Kontrolle.
Schon wieder. Blumen und Kerzen an einer Unglücksstelle. Der trauernde Bundespräsident mit einem Strauss in der Hand. Feuerwehrleute, die sich Schulter an Schulter Halt geben. Weinende Jugendliche. Stille Andacht.
«Erneut müssen wir trauern», sagte Bundespräsident Guy Parmelin am Mittwochabend in Kerzers. Die Bilder von Crans-Montana hängen noch in unseren Köpfen. Und nun kommen Neue dazu. Die Ohnmacht, die Trauer, die Wut sind gleich.
Und doch ist vieles anders. Crans-Montana und Kerzers sind unterschiedliche Dramen.
Bei der Katastrophe im Club Le Constellation ist offensichtlich, dass Menschen und Behörden Fehler gemacht haben. Der hochentflammbare und dilettantisch montierte Schaumstoff an der Decke, der wegen einer Wunderkerze auf einer Champagnerflasche Feuer fing. Die ungenügenden Brandschutzkontrollen der Gemeinde. Versäumnisse, die sich benennen lassen.
Die Suche nach den Schuldigen für den Tod der 41 zumeist jungen Menschen und für die teils schweren Brandverletzungen von 115 weiteren wird noch Jahre dauern........
