Trauma im Israel-Palästina-Konflikt
Hinweis: Dieser Text enthält Schilderungen sexualisierter Gewalt.
In den letzten Tagen rückt das Thema sexualisierte Gewalt in Israel-Palästina wieder in die Schlagzeilen der internationalen Presse. Leider nicht, weil die allgemeine nicht-geschlechtsspezifische Gewalt – insbesondere durch israelische Soldaten, Gefängniswärter und Siedler – in dieser Zeit nachgelassen hätte.
Dennoch sorgten die Veröffentlichung einer journalistischen Recherche in der »New York Times« über sexualisierte Folter in israelischen Gefängnissen sowie ein Bericht einer wenig bekannten »Zivilkomission« aus Israel über den »sexuellen Terror der Hamas« dafür, dass das Thema wieder aktuell wurde. Ganz schnell, innerhalb weniger Stunden, meldeten sich online die Kommentatoren, die die jeweiligen erschreckenden Dokumentationen als faktenfremd, unglaubwürdig oder propagandistisch diskreditieren wollten.
Vor allem gegen den Bericht in der »New York Times« formierte sich eine regelrechte Desinformations-Kampagne, geleitet von israelischen Ministern. Die Netanjahu-Regierung kündigte sogar an, die renommierte Zeitung vor Gericht bringen zu wollen – vermutlich eine juristische Luftnummer. Was war an dem Artikel so problematisch?
Seit mehr als zwei Jahren berichten zahlreiche Menschenrechtsorganisationen sowie UN-Behörden über systematische Aushungerung, Folter und sexualisierte Gewalt gegen palästinensische Gefangene. Mehr als 84 Menschen sollen dadurch bislang ums Leben gekommen sein. Es existiert sogar ein Video von........
