Zuckersteuer: Die Suche nach dem Kompass
Daniel Günther hält an der Zuckersteuer fest. Nachdem sein Vorstoß auf dem CDU-Parteitag abgelehnt wurde, will er als Ministerpräsident aus Kiel eine Bundesratsinitiative auf den Weg bringen. Ziel ist es, den Zuckergehalt – insbesondere in Softdrinks – spürbar zu senken. Diese sind tückisch, weil sie viele Kalorien enthalten, aber kein Sättigungsgefühl auslösen. Dass eine solche Steuer wirken kann, zeigt die Praxis etwa in Großbritannien. Das Problembewusstsein dort ist gewachsen und es gibt durch die Steuer mehr Getränke mit weniger Zucker.
Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Lebensmittelindustrie verstärkt auf künstliche Süßungsmittel setzt. Viele dieser Stoffe stehen im Verdacht, sich negativ auf die Darmflora und den Stoffwechsel auszuwirken. Kritiker der Zuckersteuer haben insofern recht, als ein staatlicher Eingriff allein nur begrenzt wirkt. Es braucht vielmehr ein gesellschaftliches Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung. Ein solcher innerer Kompass schützt oft besser vor dem Griff zu hochverarbeiteten Produkten als eine Zuckersteuer allein.
