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Nähe ohne Annäherung

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16.12.2025

In den vergangenen zwei Jahren habe ich zur Weihnachtszeit über Dinge geschrieben. Über zu viele Dinge, über falsche Dinge, über Dinge, die nerven. Über die Hölle des Plunders, die von Weihnachten bisweilen übrigbleibt, und über Adventskalender, die eine 24-Tage-Bescherung simulieren. Konsumkritik geht immer, gerade in Anbetracht der enormen Ökobilanz von eigentlich besinnlichen Feiertagen, ist aber zugegebenermaßen auch etwas denkfaul. Denn das Problem des weihnachtlichen Schenkens erschöpft sich nicht im Materialismus. Daher möchte ich dieses Mal weg von der Frage, wie viel wir schenken, hin zu der Frage, warum wir schenken.

Schenken ist in der Konsumgesellschaft eine hochgradig überformte soziale Handlung. Kaum etwas ist so durchdesignt, Effizienz-getrimmt und materialistisch........

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