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Weg mit der Angst vor allem Fremden

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17.07.2026
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Kommentar
Deutschland braucht die Migration
Weg mit der Angst vor allem Fremden
Von Christopher Dömges

Deutschland diskutiert über Migration oft in einem Ton, als gehe es um eine Naturkatastrophe, die über das Land hereinbricht. Dabei geht es in Wahrheit um Menschen. Um Menschen, die arbeiten, lernen, gründen, pflegen, bauen, erfinden, Steuern zahlen, Kinder großziehen und dieses Land mittragen wollen. Vor allem aber geht es um eine Realität, die sich nicht wegreden lässt: Deutschland braucht Migration – wirtschaftlich, demografisch, gesellschaftlich. Wer das bestreitet, verweigert sich nicht nur den Fakten, sondern auch der Zukunft.


Foto: arbeiterfotografie.com

Seit Jahren altert die Gesellschaft. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen nach und nach in Rente, in vielen Branchen fehlen schon heute Fachkräfte und Arbeitskräfte. Pflegeheime suchen Personal, Handwerksbetriebe finden keine Auszubildenden, Kliniken arbeiten am Limit, Restaurants verkürzen Öffnungszeiten, Baustellen verzögern sich, Kitas kämpfen mit Unterbesetzung, Logistikunternehmen suchen Fahrer, die IT sucht Spezialisten. Das Problem ist längst kein fernes Szenario mehr, sondern Alltag. Ohne Zuwanderung wird sich diese Lücke nicht schließen lassen. Nicht in zehn Jahren, sondern schon jetzt.

Migration ist deshalb kein Störfall, sondern ein Teil der Lösung. Sie ist kein Zeichen des Kontrollverlusts, sondern – richtig gesteuert – ein Instrument nationaler Vernunft. Ein starkes Land muss in der Lage sein, zwischen ungeordneter Migration und gezielter Einwanderung zu unterscheiden, Grenzen zu schützen und zugleich offen zu sein für jene, die gebraucht werden und die ihren Beitrag leisten wollen. Diese Unterscheidung fällt in der politischen Debatte jedoch oft unter den Tisch. Statt Klarheit regiert das Gefühl. Statt Lösungen dominieren Schlagworte. Statt nüchterner Interessenpolitik erleben wir hysterische Übertreibung.

Dabei ist die Bilanz vieler Einwanderungsgeschichten eine Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik.........

© Neue Rheinische Zeitung