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Israel: der Haudegen des Nahen Ostens

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16.02.2026
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Kommentar
Um jeden Preis die Vorherrschaft
Israel: der Haudegen des Nahen Ostens
Von Christopher Dömges

Israel versteht sich gern als Ausnahmezustand in Permanenz. Als belagerte Demokratie, als westlicher Vorposten in feindlicher Umgebung, als Staat, der aus der Geschichte gelernt habe und deshalb keine Schwäche zeigen dürfe. Diese Erzählung ist wirkungsmächtig – nach innen wie nach außen. Sie legitimiert Härte, militärische Dominanz und politische Unnachgiebigkeit. Doch sie verdeckt zugleich, was diese Haltung kostet. Vor allem jene, die nicht Teil dieses Sicherheitsversprechens sind: die Palästinenser.

Israel ist der Haudegen des Nahen Ostens, derjenige, der schneller zuschlägt, härter reagiert, früher eskaliert – und sich dabei stets im Recht wähnt. Militärisch hochgerüstet, technologisch überlegen, diplomatisch abgeschirmt durch die Schutzmacht USA und moralisch gepanzert durch den Verweis auf die Shoah. Kritik prallt oft ab, weil sie sofort in die Nähe von Delegitimierung oder Antisemitismus gerückt wird. Das ist verständlich angesichts der Geschichte – aber politisch fatal. Denn wer Stärke absolut setzt, verliert den Blick für Verantwortung.

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