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Schneeglöggli statt Schneeflöckli

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23.02.2026

Schneeglöggli statt Schneeflöckli

Es ist eines der Lieblingsthemen: das Wetter. Der anstehende Frühling brachte den Autor auf eine kleine Spurensuche: die Witterungsregelfälle.

Kündigen den Frühling an: Schneeglöckchen.

Ein Blick auf die Prognosen mag positiv stimmen: Temperaturen im zweistelligen Bereich, beim einen oder anderen Tag gar ein «Sönneli»-Symbol – ohne Wolken. Und kaum Niederschlag. «Das hätte auch etwas früher passieren dürfen!», denken sich die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler sicher. Die fünfte Jahreszeit war doch zünftig von nasskaltem Hudelwetter geprägt.

Der Spätwinter hat zugeschlagen – und das ziemlich genau Mitte Februar, wenn man ihn üblicherweise auch erwarten kann. Witterungsregelfall nennt sich das. Oder anders: Singularität. Gemäss Meteo Schweiz ist das eine «an bestimmten Kalendertagen mehr oder weniger regelmässig auftretende Abweichung vom mittleren jährlichen Gang der meteorologischen Elemente».

Mit ein paar Tagen Verzögerung scheint es immerhin zu funktionieren mit dem Vertreiben des Winters. Wir wollen natürlich noch nichts verschreien. Allmählich macht sich nun aber doch vorsichtiger Optimismus breit: Die Natur zeigt deutlich, dass die nächste Jahreszeit ansteht. Das Schränzen der Guuggenmusigen ist verstummt, an dessen Stelle tritt immer mehr Vogelgezwitscher. Auch die zahlreichen Schneeglöckchen lassen wohl einige Leute hoffen, dass Schneeflöckchen bald nicht mehr zu sehen sind.

Aber Achtung! Es gibt ja noch den Märzwinter, ein weiterer Witterungsregelfall. Und auf das Aprilwetter folgen schliesslich noch die Maifröste! Jährlich bangen mindestens die Gartenfreunde, ob von Mamertus bis zur kalten Sophie einer der Eisheiligen zuschlägt. Die Schafskälte lasse ich an dieser Stelle ausser Acht. Das wäre dann schon Motzen auf hohem Niveau.

Die trägen und trüben Tage hinter sich zu lassen, löst womöglich bei vielen Leuten Vorfreude aus. Mich stört der Winter nicht. Eigentlich mag ich die Kälte. Nach Monaten voller grauer Suppe am Himmel kann aber auch ich etwas Abwechslung vertragen. Vorfreude sogar: Die Wintergarderobe durch Badebekleidung ersetzen, mehr Zeit draussen verbringen, mit dem Glacé auf die Hosen tropfen. Unbeschwerte Tage halt – ehe es dann mit Sonne und Hitze doch zu viel wird und die Schweiz wieder unter der Hitze zu ächzen beginnt. So weit will ich nun aber nicht vorausschauen. Zuerst kommt der Frühlingsputz, auch da kann man ächzen.

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