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Europa bräuchte ein starkes Frankreich

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14.10.2026

Europa bräuchte ein starkes Frankreich

Von Stefan Brändle, Paris

Bildungsproteste, Schuldenberg, Populismus: Frankreich versinkt in einer dreifachen Krise. Dabei hätte Europa eine solide Führung aus Paris nötiger denn je.

Auch Greta Thunberg war gekommen. «Sie rauben uns unsere Zukunft», erklärte die schwedische Klimaaktivistin, 23, vor dem Gymnasium Paul Eluard in der Pariser Vorstadt Saint-Denis, wo Schüler am Dienstag den «Akt V» ihrer Protestbewegung ausriefen.

200 Gymnasien von 3700 waren blockiert, weniger als letzte Woche. Bei Demonstrationen in vielen Städten schlossen sich Gewerkschaften, Eltern, Anwälte und Linkspolitiker an, im Bemühen, einen «Zusammenfluss des Kampfes» (convergence des luttes) zu bewirken. Das sollte vielleicht auch den Umstand übertünchen, dass die unerfahrenen Gymnasiasten Mühe haben, ihre Bewegung auf die Dauer auszurichten. Die Demos waren jedenfalls spärlicher besucht. Dafür legten sich gewalttätige Trittbrettfahrer einmal mehr mit der Polizei an. Vor allem in Paris kam es zu Zusammenstössen, so auch bei Napoleons Grabmal im Invalidendom.

Die sogenannten Schülerproteste halten Frankreich in Atem.

Die Forderungen der Gymnasiasten werden laut Umfragen von einer Mehrheit von 54 Prozent der Franzosen unterstützt. Immer mehr richtet sich der Protest gegen das anonyme, bei den Schulabgängern verhasste Hochschul-Wahlverfahren........

© Luzerner Zeitung