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Staatlicher Angriff auf linke Buchhandlungen

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06.03.2026

Staatlicher Angriff auf linke Buchhandlungen

Vor der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises wurde die Liste der Nominierten dem Verfassungsschutz übergeben. Nun wurden drei linke Buchhandlungen ausgeschlossen, was einen weiteren Schritt der Autoritarisierung kennzeichnet.

Der Deutsche Buchhandlungspreis wird jedes Jahr an unabhängige Buchhandlungen verliehen, um „den kulturellen Auftrag“ der Buchhandlungen zu würdigen. 2025 wurden 118 Buchhandlungen in Deutschland dafür nominiert. Die Preisverleihung soll im Frühjahr 2026 stattfinden. Vor der Preisverleihung wird die Liste der Preisträger:innen jedes Jahr dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien weitergeleitet, um die Liste staatlich absegnen zu lassen – immerhin untersteht der Buchhandlungspreis der Bundesregierung. 

Dieses Jahr hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer jedoch veranlasst, dass die Buchhandlungen zusätzlich vom Verfassungsschutz überprüft werden. So sollte sichergestellt werden, dass die Fördermittel nicht bei Buchhandlungen landen, die es in den Augen des Verfassungsschutzes und Staats nicht verdienen. Das Prüfverfahren sowie die Ergebnisse der Überprüfung blieben für die Buchhandlungen geheim und sind somit völlig intransparent. Tatsächlich wurden von den 118 Buchhandlungen nun drei linke Buchhandlungen aufgrund „verfassungsrechtlicher Bedenken“ ausgeschlossen. Es handelt sich dabei um die „Rote Straße“ in Göttingen, den „Golden Shop“ in Bremen und die „Schwankende Weltkugel“ in Berlin. 

Der Buchhandlungspreis ist für unabhängige Buchhandlungen nicht nur eine symbolische Anerkennung, sondern bietet auch die Möglichkeit, ein Preisgeld in Höhe von sieben bis zu 25.000 Euro zu gewinnen. Dieses Geld ist teilweise sogar überlebensnotwendig für kleine Buchhandlungen, die durch Hugendubel, Thalia und Amazon Schwierigkeiten haben, sich gegenüber Buchhandels-Giganten und Monopolisten zu behaupten – vor allem in einer Zeit in der viele Personen mittlerweile weniger Geld für Bücher und Schreibwaren übrig haben. 

Dass drei linke Buchhandlungen nun von der Verleihung ausgeschlossen wurden, ist ein klarer Angriff auf alle, die sich gegen den Rechtsruck stellen und progressiven Autor:innen sowie linken Ideen in ihren Buchhandlungen eine Stimme geben wollen. Es kann als Versuch verstanden werden, politische Buchhandlungen gezielt aussterben zu lassen, um linke Ideen aus den Stadtbildern zu verdrängen. Doch auch für Konsument:innen ist dies ein Angriff auf demokratische Rechte wie Meinungsfreiheit – schließlich können linke Positionen nur eingenommen werden, wenn es auch Räume gibt, die linke Positionen vertreten und vielfältige Literatur und Lesungen anbieten. 

Wir solidarisieren uns mit den ausgeschlossenen Buchhandlungen und ihren Inhaber:innen. Die Zensur politischer Buchhandlungen ist ein weiterer Schritt der Autoritarisierung Deutschlands und der angekündigten Angriffe auf linke Positionen von Innenminister Dobrindt. Wir müssen uns entschieden gegen die autoritäre Wende und den Rechtsruck stellen, bevor linke Positionen jeder Art angegriffen, verfolgt und zum Schweigen gebracht werden. 

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