Grönland und die Rückkehr des klassischen Imperialismus
Der Versuch, seitens der USA Grönland politisch und ökonomisch enger an sich zu binden, gipfelte bislang in dem skurril wirkenden Angebot, die Insel zu "kaufen” , wobei eine militärische Annexion noch immer nicht gänzlich ausgeschlossen wurde. Die Arktis rückt im Zuge der sich verschiebenden globalen Machtverhältnisse vermehrt ins Zentrum imperialistischer Streitigkeiten. Grönland selbst tritt im Prozess nicht als eigenständiges politisches Subjekt auf, sondern wird einzig und allein als territoriales Objekt geopolitischer Interessen von Großmächten verhandelt.
In der bürgerlichen Berichterstattung erscheint der territoriale Anspruch auf Grönland seitens der USA wie eine episodische Verwirrung der US-Außenpolitik der Ära Trump. Die Zuspitzung der imperialen Interessen der USA auf die Person Trump und seine persönliche nationalistische Agenda verkennt jedoch strukturelle Entwicklungen des globalen Kapitalismus. Der Streit um Grönland erscheint somit als ein „exotischer” Sonderfall. In Wahrheit ist es jedoch der neueste Kristallisationspunkt der sich zuspitzenden Inter-imperialistischen Rivalität zwischen Europa und den USA, wie auch eine Reaktion auf die steigende Bedrohung der US -Hegemonie durch die konkurrierenden Machtblöcke Russland und China........
