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Einfach durchziehen

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21.09.2026

Der Kanzler hat entschieden, die Wahlergebnisse und deren Bedeutung zu ignorieren. Wer seinen Auftritt kurz nach Verkündung der 18-Uhr-Prognose erlebte, die seiner Partei in beiden Ländern, in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern, eine krachende Niederlage bescheinigte, konnte, ja musste beinahe diesen Eindruck gewinnen. Was macht Merz? Setzt auf »Weiter so«, will Kanzler wie Parteivorsitzender bleiben und verkündet, Reformen seien »das Mittel gegen das autoritäre Gift«.

Da nun inzwischen aber jeder weiß, dass Reform ein anderes Wort für Kürzungen der Sozialleistungen ist, und solche Maßnahmen nicht gerade populär sind, scheint der Regierungschef einen weiteren Abfall der Zustimmung zu seiner Amtsführung eingepreist zu haben. Hier stehe ich und kann nicht anders. Merz trägt die Sachzwangsjacke, und die CDU-Ministerpräsidenten, die zur Sitzung des Parteipräsidiums ins Konrad-Adenauer-Haus bestellt worden waren, befanden: Sie steht ihm gut. Was also bedeutet, dass der Kanzler nicht so hätte auftreten können, wenn er sich der einstweiligen Unterstützung der Landesfürsten nicht sicher gewesen wäre. Ob das aber reicht, die Legislaturperiode komplett zu überstehen, bleibt mehr als zweifelhaft. Für den Vorsitzenden könnte der Unmut von unterhalb der obersten Riege der Partei noch ziemlich ungemütlich werden, denn der war schon vor der Wahl in Sachsen-Anhalt groß und danach erst recht.

Am geringsten womöglich noch in Berlin, wo die Bundespolitik im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt hat und die Schlappe der CDU nicht zuerst auf das Unvermögen im Kanzleramt zurückzuführen sein dürfte, sondern auch auf die Wurstigkeit des Regierenden Bürgermeisters. Vor allem aber darauf, dass ein........

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