Ex-Verteidigungsminister Gallant nennt Netanjahu „Lügner“
Die politische Auseinandersetzung um die Verantwortung für das historische Sicherheitsversagen am 7. Oktober 2023 spitzt sich weiter zu. Auslöser ist eine 55-seitige Antwort von Premierminister Benjamin Netanjahu an den staatlichen Kontrolleur Matanyahu Englman, in der er jede persönliche Schuld zurückweist und stattdessen Armee, Geheimdienste sowie frühere Regierungsmitglieder für die mangelnde Vorbereitung auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 verantwortlich macht. Als Reaktion hagelt es schärfste Kritik.
Netanjahu betont, er habe über Jahre hinweg auf ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Hamas gedrängt. Diese Initiativen seien jedoch regelmäßig von den Sicherheitsdiensten blockiert worden. Entscheidungen über Truppenstärken, Alarmstufen und operative Vorbereitungen seien auf professioneller Ebene getroffen worden – nicht im politischen Kabinett, argumentiert Netanjahu.
Auch die jahrelange Praxis, Katar die Übergabe von Millionenbeträgen an die Hamas in Gaza zu erlauben, verteidigt er als kollektiv getragene sicherheitspolitische Strategie. Zwar sei die rückblickend gescheitert, die Verantwortung jedoch liege nicht allein bei ihm. Die Veröffentlichung seiner Antworten stellt der Premier als »Akt der Transparenz« dar.
Besonders scharf fällt die Kritik aus den Reihen ehemaliger Spitzenmilitärs aus. Der frühere Generalstabschef und heutige Politiker Gadi........
