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So reagiert die europäische Presse auf Orbans Abwahl

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13.04.2026

13. April 2026 – 26. Nissan 5786

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So reagiert die europäische Presse auf Orbans Abwahl

Nach 16 Jahren endet die Orban-Herrschaft in Ungarn. Internationale Medien werten den Ausgang der Wahl als Dämpfer für Putin und Trump – und als Warnsignal für die politische Rechte

 13.04.2026 12:05 Uhr

Der Erdrutschsieg von Peter Magyar beendet die Ära von Viktor Orban – und hallt weit über Ungarn hinaus. Internationale Medien sehen einen Rückschlag für Washington und Moskau sowie eine Chance für Europa. Die Kommentare im Überblick:

»Times«: »Viktor Orbans 16-jährige Herrschaft über Ungarn fand am Sonntag ein dramatisches Ende (…). Orban hatte zwischen 2010 und 2022 bei vier Wahlen eine überwältigende Mehrheit gewonnen und war mit seinem Kampf gegen Migration und seinem Veto gegen EU-Hilfen für die Ukraine zum Vorbild für nationalistische Politiker in ganz Europa geworden. Er war zudem zu einem wichtigen Brückenkopf für US-Präsident Donald Trump in Europa geworden, der offen für ihn Wahlkampf betrieb und Ungarn Investitionen versprach, sollte Orban gewinnen. Doch am Ende wurden dem Ministerpräsidenten bei sich zu Hause Klagen über unterfinanzierte Krankenhäuser und schlechte Straßen sowie Enthüllungen über dubiose Regierungsgeschäfte, in die seine Freunde und Familienangehörigen verwickelt waren, zum Verhängnis.«

»Financial Times«: »Viktor Orbans Niederlage wird über Ungarn hinaus Nachhall finden. Für westliche Liberale und Pro-Europäer ist dies ein Moment, den es inmitten der allgegenwärtigen düsteren Stimmung angesichts des Abdriftens des Kontinents in Richtung nationalistischer Populismus zu würdigen gilt. Orban, ein Vorreiter der illiberalen Demokratie, wurde zu Fall gebracht, und ein Hindernis für die Entscheidungsfindung in der EU wurde beseitigt. (...) Kiew ist der größte Gewinner dieser Wahl außerhalb Ungarns, während Moskau der größte Verlierer ist. Orban war der nützlichste Verbündete des Kremls innerhalb der EU, der für Verzögerungen, Spaltung und Lähmung sorgte.«

»Rzeczpospolita«: »Für uns ist entscheidend, was dieser Wechsel für die Außenpolitik Ungarns und – im weiteren Sinne – für Europa bedeutet. Politiker der polnischen oppositionellen Rechten, der PiS und der Konfederacja, argumentierten, dass ihnen Orbans Annäherungsversuche an Wladimir Putin zwar nicht gefielen. Aber schließlich sei es doch wichtiger, dass Orban ein Verbündeter im Kampf gegen die EU-Kommission sei. Eine solche Sichtweise bedeutet jedoch, dass für die polnische Rechte die EU eine größere existenzielle Bedrohung für Polen darstellt als Russland. Deshalb sollte uns Magyars Sieg freuen, denn mit Orbans Abgang verliert Moskau einen wichtigen Stützpunkt in Europa. Und alles, was Russland schwächt, liegt im Interesse Polens.«

»Polityka«: »Die Freude über die Niederlage Orbans ist berechtigt. Seine........

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