Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?
23. Oktober 2026 – 12. Cheschwan 5787
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Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?
Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor
Am vergangenen Wochenende setzten Randalierer das prächtige Rathaus von Limoges in Brand. In ganz Frankreich wurden Geschäfte geplündert, Polizeibeamte angegriffen und öffentliche Gebäude beschädigt. Zeitweise verlor die Polizei die Kontrolle, wie der Innenminister einräumen musste. Und im 19. Bezirk von Paris fanden Beter der Ohalei-Yaakov-Gemeinde beim Betreten der Synagoge Gebetsbücher und Tefillin auf dem Boden verstreut vor. Auch das Büro des Rabbiners war durchwühlt worden.
Es wird vermutet, dass es sich um einen versuchten Einbruch handelte. Vielleicht war es das. Doch wir Juden haben gelernt, dass auch ein solches Motiv nur ein schwacher Trost ist, wenn das Heilige auf dem Boden liegt. Und wir wissen , dass aktuell ein gesellschaftliches Klima herrscht, das auch andere Motive möglich erscheinen lässt. Ein Klima, in dem unfassbare Dinge wieder möglich werden. Ein Klima, in dem über die Belange der Nation auf der Straße und nicht in der Wahlkabine oder im Gerichtssaal entschieden wird.
Sicher, in Frankreich wurde schon immer öffentlich hart gerungen. Oft geschah das gewaltsam. Die Französische Revolution, das Jahr 1968 und oder vor ein paar Jahren die Gelbwesten-Bewegung veränderten den Kurs der Nation. Widerstand gegen Autoritäten ist Teil der französischen DNA.
Keine abstrakte Angelegenheit
Und doch es gibt eine Grenze zwischen einer Gesellschaft, die ihre Institutionen in Frage stellt, und einer, die sie niederbrennt. Der Brite Edmund Burke, der vor 230 Jahren die Revolution auf der anderen Seite des Ärmelkanals verfolgte,........
