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Mut zur Veränderung

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24. Oktober 2026 – 13. Cheschwan 5787

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Unsicherheit ist Teil jedes neuen Anfangs – doch manche Wege öffnen sich erst, wenn wir sie betreten

»Lech Lecha«– zwei Worte, die eine ganze Welt öffnen. »Geh für dich« oder »Zieh fort für dich« (1. Buch Mose 12,1). Ein kurzer Appell, aber einer, der Awram und Sarai aus allem Vertrauten herausführt. Keine Wegbeschreibung, keine Sicherheit, nur ein Impuls, der das Leben zweier Menschen – und später eines ganzen Volkes – verändert.

Awram ist zu diesem Zeitpunkt kein junger Mann mehr – er ist 75 Jahre alt, und er sucht auch keine Abenteuer mehr. Er hat ein Zuhause, Besitz, ein soziales Netz, eine klare Rolle in seiner Gemeinschaft. Und auch Sarai steht mitten im Leben. Sie ist keine Randfigur, sondern eine Frau, die ebenfalls ihre vertraute Welt hinter sich lässt. Beide wissen, was sie zurücklassen. Was sie nicht wissen: Was vor ihnen liegt.

Ein Aufbruch beginnt selten dann, wenn alles geklärt ist

Genau darin liegt die Kraft dieser Parascha: Ein Aufbruch beginnt selten dann, wenn alles geklärt ist. Er beginnt oft dort, wo wir noch nicht wissen, was hinter der nächsten Kurve liegt.

So verlassen Awram und Sarai nicht nur geografisch ein Land. Sie verlassen eine Lebensform, die ihnen Halt gibt. Sie kennen die Menschen, die Regeln, die Sprache, die Wege. Sie wissen, wie man dort lebt. Mit dem Aufbruch verlieren sie zunächst diese Sicherheit.

Das rückt ihre Geschichte so nah an die der heutigen Juden heran. Jeder Neuanfang – ein Umzug, ein Berufswechsel, eine neue Beziehung, eine innere Entscheidung – bedeutet, etwas Vertrautes loszulassen. Selbst wenn der neue Weg verheißungsvoll wirkt, bleibt die Unsicherheit.

Awram geht dennoch. Nicht, weil er alle Informationen hat, sondern weil er Vertrauen hat, den Glauben an den Ewigen.........

© Juedische Allgemeine