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Israelischer Starkoch auf den Spuren seiner deutschen Großmutter

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22.04.2026

22. April 2026 – 5. Ijar 5786

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Israelischer Starkoch auf den Spuren seiner deutschen Großmutter

Schnitzel - das klingt erst einmal sehr deutsch. Dieses Schnitzel allerdings kommt anders daher. Ein Besuch im Berliner Restaurant »Berta«, das ein israelischer Starkoch nach seiner deutschen Großmutter benannt hat

An der Wand des hellen Restaurants hängt ein großformatiges Bild. Die Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt eine junge Dame, im 1930er Jahre-Stil gekleidet, mit einem Lächeln auf den Lippen und einem interessierten Seitenblick: Großmutter Berta wacht an diesem und allen anderen Abenden über Gäste, Personal, Drinks und das Menü ihres Enkels Assaf Granit. Der israelische Sternekoch hat in Berlin, der Geburtsstadt seiner Großmutter, ein Restaurant eröffnet - und es nach seiner deutschen Oma benannt.

»Meine Großmutter Berta wurde vor dem Krieg in Deutschland geboren, und ihre Geschichte war immer Teil der Erinnerung unserer Familie. Das Restaurant nach ihr zu benennen, war für mich eine Möglichkeit, einen Kreis zu schließen«, sagt Granit. Er habe damit »etwas Warmes, Großzügiges und Lebensfrohes« an einen Ort zurückgebracht, der mit seiner Familiengeschichte verbunden ist. Seine Oma habe Deutschland in der NS-Zeit als junge Frau verlassen müssen und sich in Tel Aviv etwas Neues aufgebaut.

Schnitzel trifft Orient

Diese deutsch-israelische Mischung ist Teil des Restaurantkonzepts, das mit deutschen Klassikern spielt und trotzdem nach dem Orient schmeckt. So sieht denn auch die Speisekarte aus: Hinter »Schnitzel und Gretel« verbirgt sich ein Hähnchenschnitzel mit Himbeerketchup und »Ras-El-Hanout«-Senf, eine typisch nordafrikanische Gewürzmischung. Es gibt aber auch »99 Balloons« -........

© Juedische Allgemeine