Wenn das falsche Buch zum richtigen wird
13. Oktober 2026 – 2. Cheschwan 5787
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Wenn das falsche Buch zum richtigen wird
»Romance« als Erfolgsrezept: Die israelische Autorin nimmt »ernste« Literatur und das Geschäft damit aufs Korn
Was macht ein Buch zu einem literarischen Werk? Ist es die Sprache, die Anerkennung durch Kritiker – oder am Ende nur die Zahl der Menschen, die es lesen wollen? Noa Yedlins neuer Roman Das falsche Buch nimmt diese Frage oder, besser gesagt, diesen schmalen Grat zwischen »ernster« Literatur und Unterhaltungsliteratur ins Visier.
Spoiler: Ein Roman über Mutterschaft und Schreiben ist das Buch nicht, aber im Zentrum steht zunächst Rona, Schriftstellerin und Mutter. Und dann ist da auch Gidi, Ronas Mann, ein Archäologe, der ihr als »moderner Mann« den Rücken freihält, damit sie schreiben kann. Gidi ist überzeugt von ihrem schriftstellerischen Potenzial.
Die Heldin steckt in einer tiefen Schreibblockade
Aber Rona hat ein Problem: Sie steckt in einer tiefen Schreibblockade. Woran diese Krise liegt, kann sie sich nicht so recht erklären. Sie kämpft auch mit der Tatsache, dass sie es nicht einmal mehr schafft, jene Literatur zu lesen, die ihrem eigenen kulturellen Anspruch entspricht. Rona weiß lediglich, dass sie sich lieber eine Reihe von minderwertigen Krimis auf Netflix reinzieht, anstatt zu lesen – und zu schreiben. Als sie aber eines Nachts (»Weißt du, was ich mache, wenn du schläfst?«) die Fernsehbedienung nicht findet und stattdessen zum........
