Überlebt
06. Oktober 2026 – 25. Tischri 5787
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505 Tage war Omer Shem Tov in der Gewalt der Hamas in Gaza. Seine Schilderungen zeigen, wie leicht es sich all jene machen, die bei der Bewertung des Krieges die perfide Taktik der Terroristen ausblenden
Es war der 21. Oktober 2023 und der erste gemeinsame Auftritt der Geiselangehörigen. Unterhalb des Kunstmuseums in Tel Aviv stand eine Gruppe von Israelis, denen man ansah, dass sie nächtelang nicht geschlafen hatten. Sorge stand ihnen tief ins Gesicht geschrieben, einige weinten hemmungslos und umklammerten Plakate. Darauf die Fotos von geliebten Menschen, die verschleppt worden waren.Genau zwei Wochen zuvor, am 7. Oktober, hatten Tausende von Terroristen aus Gaza, angeführt von der Hamas, israelische Gemeinden im Süden des Landes überfallen und ein unbeschreibliches Blutbad angerichtet. Mehr als 1200 Menschen wurden ermordet, 251 als Geiseln genommen, Tausende verletzt, ein Angriff, der den Krieg im Gazastreifen auslöste.Shelly Shem Tov stand mitten in der Gruppe der Angehörigen. Vor sich das Poster von ihrem Sohn, einem sanft lächelnden jungen Israeli – Omer. »Jeled Schmesch«, ein Sunnyboy, wie sie ihn später beschreibt. An diesem Abend sagt die Mutter unter Tränen, dass ihr Sohn dringend Medizin brauche. Ohne könne er nicht atmen, denn er sei Asthmatiker. »Er braucht die Medikamente sofort«, ruft sie, schreit sie. »Bitte, er braucht sie. Jetzt!«
Vom Nova-Festival verschleppt
Es sollte 505 Tage dauern, bis die Eltern ihren Sohn wieder in die Arme schließen konnten, als er am 22. Februar 2025 durch ein temporäres Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsabkommen zwischen Israel und der Hamas in Gaza freikam.Omer Shem Tov war zusammen mit seinen Freunden, den Geschwistern Maya und Itay Regev, vom Nova-Musikfestival in der Nähe des Kibbuz Re’im entführt worden. Die beiden kamen im Rahmen der einwöchigen Waffenruhe und Geiselvereinbarung im November 2023 nach Hause. Der später ermordete Ori Danino, den die drei in der Nacht vor den Massakern kennengelernt hatten, konnte zunächst vor den Hamas-Angriffen fliehen, kehrte jedoch mit einem Auto zurück, um Shem Tov und die Regev-Geschwister zu retten. Dabei wurde er ebenfalls von den Terroristen verschleppt.
»Für die Hamas ist Zerstörung an sichschon ein Sieg.«
»Für die Hamas ist Zerstörung an sichschon ein Sieg.«
Danino wurde 329 Tage später zusammen mit den israelischen Zivilisten Hersh Goldberg-Polin, Almog Sarusi, Carmel Gat, Eden Yerushalmi und Alex Lobanov von den Kidnappern erschossen. Nach Einschätzung der israelischen Armee (IDF) wurden die sechs hingerichtet, kurz bevor israelische Soldaten sie in einem Tunnel von Gaza........
