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Tscheburaschka und WBS70

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22. September 2026 – 11. Tischri 5787

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Tscheburaschka und WBS70

Die Ausstellung »Jüdische Ossis IV – Räume der Freiheit und des Rückzugs« stellt Fragen nach privater und öffentlicher Identität

Ein Wohnzimmer des Typs WBS70 war circa 19 bis 20 Quadratmeter groß, meistens gab es einen Balkon, das Sofa stand vielleicht rechts, ein Tisch dazu, dort eine Zimmerpflanze und links an der langen Wand eine Anbauwand. An diese Basics werden sich viele erinnern, die in einer dieser Wohnungen aufgewachsen sind.

WBS, das stand für Wohnungsbauserie, und die faszinierte Matthias Nebel schon früh. Dem freien Bühnenbildner, der vor 20 Jahren »aus dem Westen« nach Berlin kam, begegnete die Platte, wie die Bauten aus den 70er-Jahren mehr oder weniger liebenswert genannt wurden, immer wieder auf der Wohnungssuche: »Ich habe damals viele Plattenbauwohnungen angeschaut. Ich wollte sehen, wie ich in anderen Räumen wohnen könnte als in den typischen Berliner Altbauten«, sagt Nebel.

Abwesenheit der Möbel als Ausgangspunkt für die eigene Vorstellung

Fragen wie »Wie transportieren Grundrisse bestimmte Vorstellungen: eine bestimmte Form von Effizienz, ein Familienbild und letztlich ein Gesellschaftsbild?« ließen ihn nicht los. Und auch deswegen ist Nebel glücklich darüber, sein eigenes Wohnzimmer in der Ausstellung Jüdische Ossis IV – Räume der Freiheit und des Rückzugs in Dresden-Hellerau zeigen zu können. Wer allerdings denkt, auf diesen vielleicht 20 Quadratmetern auch eine der typischen Hellerau-Anbauwände zu finden, der kann lange suchen. Denn Nebel präsentiert einen leeren Raum. Die Abwesenheit der Möbel als Ausgangspunkt für die eigene Vorstellung.

Jüdische Ossis IV ist Teil des Programms »Fragments of Life and Art. Jüdisches Leben........

© Juedische Allgemeine