Strafe, Mob, Kauf
19. Februar 2026 – 2. Adar 5786
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Kurzmeldungen aus Israel
StrafeDie israelische Wettbewerbsbehörde hat der Central Bottling Company, dem Hersteller und Abfüller von Coca-Cola in Israel, eine Geldbuße von 17,7 Millionen Schekel (rund 4,8 Millionen Euro) auferlegt. Eigentlich hätten es sogar knapp 78 Millionen Schekel sein sollen. Grund sind mehrere Verstöße gegen das israelische Lebensmittelgesetz, darunter unlautere Eingriffe in die Regalplatzierung eigener Produkte und die Einflussnahme von Konkurrenten auf die Verbraucherpreise von Milchprodukten der Tochtermarke Tara in Supermärkten. Beanstandet wurden zudem Zahlungen an große Einzelhändler, die nicht korrekt als Mengenrabatte deklariert wurden. Die Strafe folgt auf eine Untersuchung, die unlautere Handelspraktiken im Wettbewerbssektor ahnden soll.
KaufHapag-Lloyd plant nach eigenen Angaben die Übernahme der israelischen Containerreederei »Zim Integrated Shipping Services Limited«. Wie israelische Medien berichteten, befindet sich das deutsche Transport- und Logistikunternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen über den möglichen Erwerb aller Anteile, habe aber bislang noch keine bindende Vereinbarung getroffen. Wichtige Zustimmungen seitens der Vorstände, Aufsichtsräte und anderer Gremien sowie eine Freigabe durch den Staat Israel sind noch erforderlich, da Israel in der Satzung von Zim besondere Rechte (»Golden Share«) hält. Zim ist eine international tätige Reederei mit Sitz in Haifa und seit 2021 an der New Yorker Börse notiert. Sie betreibt eine eigene Flotte von Containerschiffen und ein weltweites Netzwerk von Seerouten.
MobIn der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, nachdem zwei Soldatinnen dort unterwegs waren. Hunderte charedische Männer verfolgten die jungen Frauen, sodass sie von der Polizei in Sicherheit gebracht werden mussten. Bei den Unruhen wurden ein Polizeiauto umgestoßen, ein Motorrad angezündet und Mülltonnen auf Sicherheitskräfte geworfen. Zwei Polizisten erlitten Kopfverletzungen durch Steinwürfe. Es gab zahlreiche Festnahmen. Polizeichef Danny Levy bezeichnete die Gewalt als »ungezügelte Ausschreitungen, die alle Grenzen überschritten haben«. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte den Vorfall als »völlig inakzeptabel«, betonte aber, dass die Täter nicht die gesamte ultraorthodoxe Gemeinschaft repräsentierten.
AustauschDie unabhängige international operierende israelische Hilfsorganisation IsraAID hat die ehemaligen Hamas-Geiseln Aviva (63) und Keith Siegel (65), die bis zu den Massakern des 7. Oktober 2023 mehr als 40 Jahre im Kibbuz Kfar Aza lebten, zu einem Besuch ins Flüchtlingslager Kakuma im Norden Kenias eingeladen. Das Camp und die angrenzende Siedlung Kalobeyei beherbergen mehr als 300.000 Geflüchtete aus mehreren ost- und zentralafrikanischen Ländern sowie mehr als 100.000 Mitglieder der lokalen Turkana-Gemeinschaft. Die Region leidet unter extremem Wasser- und Nahrungsmangel sowie fehlender medizinischer Versorgung. Die Siegels besuchten Wasserstellen, Schulen, Krankenstationen und Schutzräume für Jugendliche und trafen lokale IsraAID-Teams. Keith Siegel erklärte, er wolle seine Stimme künftig nutzen, um auf vergessene humanitäre Krisen aufmerksam und Hoffnung sichtbar zu machen.
Wut und Selbstverantwortung
Die Gewalt durch kriminelle Clans in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalen Ausnahmezustand«
von Sabine Brandes 19.02.2026
Israel führt neue Regeln für den Tempelberg ein
Die Entscheidungen der israelischen Behörden haben scharfe Kritik der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgelöst
Isaac Herzog: Bete für Ende der Terrorherrschaft im Iran
Der israelische Präsident Herzog übermittelt dem iranischen Volk gleichzeitig »die besten Wünsche« zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan
Wachsen vegetarisch oder vegan ernährte Babys und Kleinkinder langsamer?
Müssen kleine Kinder Fleisch essen? Eine Untersuchung der Ben-Gurion-Universität wirft ein neues Licht auf weit verbreitete Vorstellungen
Hisbollah verstößt gegen Waffenruhe
Waffenlager, Raketenabschussrampen und weitere militärische Einrichtungen im Libanon wurden getroffen. Diese sollten nach Darstellung der Armee für Angriffe auf Israel genutzt werden
CDU könnte Stopp deutscher Zahlungen an UNRWA beschließen
Am Wochenende findet der Bundesparteitag der CDU in Stuttgart statt. Beschlossen werden könnte auch ein Antrag zu deutschen Zahlungen an die Palästinenser, der es in sich hat
von Michael Thaidigsmann 18.02.2026
Die vergessenen Synagogen
In den Straßen Tel Avivs verbergen sich Hunderte ehemalige Bet- und Lehrhäuser – Zeugen einer orthodoxen Blütezeit, die heute nur noch wenigen bekannt ist
von Henry Jakubowicz 18.02.2026
Fallschirmjäger stirbt durch Eigenbeschuss
Der 21-jährige Stabsunteroffizier Ofri Yafe, Angehöriger der Aufklärungseinheit der Fallschirmjäger, wurde während einer Operation im Raum Chan Junis tödlich verletzt
Olympische Winterspiele
»Ganz Israel kann stolz sein«
Adam Edelman spricht im Interview über Israels Olympia-Premiere im Bob, Teamgeist und sportlichen Ehrgeiz
von Sabine Brandes 18.02.2026
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