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Schritte durch die Vergangenheit

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15.09.2026

15. September 2026 – 4. Tischri 5787

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Schritte durch die Vergangenheit

Das Junge Theater Köln erzählt die Geschichte des jüdischen Viertels und verbindet dazu Schauspiel und digitale Technik

In Zeitlupe bewegt sich die Gruppe vorwärts. Die sieben Frauen und Männer in der altertümlich anmutenden Kleidung fallen auf, hier, mitten in der Altstadt von Köln. Slowacting auf groben Pflastersteinen, einem freigelegten Teil einer Straße aus der Römerzeit. Passanten schauen neugierig, teils irritiert. Die kleine Schauspieltruppe nähert sich eindringlich langsam und mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik den zuschauenden, zuhörenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser besonderen Stadtführung. Kein Wort wird gesprochen.

Die textliche Information gelangt über Kopfhörer zu jeder und jedem Einzelnen. Das künstlerische Team hat sich dabei auf jüdische Quellen wie die Schriften des Chronisten Salomo bar Simeon gestützt, die über Jahrhunderte hinweg auch persönliche Einblicke in das Leben von Kölner Jüdinnen und Juden geben. Im Fokus an dieser Station: Dekrete, Plünderungen und Pogrome, die schließlich Mitte des 15. Jahrhunderts zum Ende des jüdischen Viertels von Köln führen sollten.

Über ein Jahr lang hat das künstlerische Team des Jungen Theaters Köln historische Quellen gesichtet

Das »Junge Theater Köln« hat unter der künstlerischen Leitung der Regisseurin Svetlana Fourer diesen immersiven Audiowalk gestaltet. Immersiv bedeutet übersetzt »eintauchen« und bezeichnet eine kreative Form, um Geschichte erlebbar zu machen – mit verschiedenen Sinnen erfahrbar, unterstützt von Animation und Augmented Reality (AR), digitaler erweiterter Realität.

Gesang mit Gitarrenbegleitung ertönt. »Wie können wir einen Fuß vor den anderen setzen? Wie können wir unsere Herzen miteinander vernetzen?«, fragt Matthias Bernhold, verantwortlich für Komposition und Musik, in seinem Lied, das er für diese Stelle, für diesen Bruch in der jüdischen Geschichte Kölns geschrieben hat. Der Refrain des Liedes könnte Trost spenden: »Wir haben uns ein Haus gebaut unter den Platanen.«

Nach der endgültigen Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus der Stadt 1424 wird es fast 400 Jahre lang kein jüdisches Leben mehr in Köln geben. Dessen Anfänge lagen im Jahr 321. Damals gab es den ersten Hinweis auf jüdisches Leben in Köln, und mit diesem Jahr beginnt der........

© Juedische Allgemeine