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Jenseits der Dogmen

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02. August 2026 – 19. Aw 5786

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Daniel Cohn-Bendit, säkularer und linker Jude, blickt in »Erinnerungen eines Vaterlandslosen« auf ein spannendes Leben

»Ich werde zum Juden, aber nicht nur im Sartreschen Sinne. Seit einiger Zeit benötige ich dafür keine Antisemiten mehr. Auch wenn es mir schwerfällt zu definieren, was das überhaupt bedeutet, bin ich Jude.« Eine Einsicht, die sich bei Daniel Cohn-Bendit infolge der öffentlichen (Nicht-)Reaktionen nach dem 7. Oktober 2023 noch verstärkt hat: »Außer den Juden war so gut wie niemand traumatisiert.«

Befragt von der französischen Journalistin Marion Van Renterghem, gibt »Dany le Rouge«, inzwischen 81 Jahre alt, ausführlich Lebensauskunft: Erinnerungen eines Vaterlandslosen heißt der Gesprächsband, der zu Anfang weit zurückführt in Cohn-Bendits Biografie und diejenige seiner Eltern, 1933 aus Nazi-Deutschland nach Frankreich geflüchteter Juden. Der Vater ein politisch linksstehender Anwalt, die Mutter zwar mit Religion und Zionismus sympathisierend, doch keiner von ihnen gläubig.

Im Exil, in dem die beiden auch Hannah Arendt und deren Mann Heinrich Blücher kennenlernten, ging es vor allem ums Überleben, besonders nach der französischen Niederlage 1940. Der 1936 erstgeborene Gabriel konnte erfolgreich versteckt werden, Daniel kam erst bei........

© Juedische Allgemeine