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»Das Akkordeon war ein Schlüssel«

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01.01.2026

Herr Kahn, Sie sind Sänger, Musiker und Besitzer von neun Akkordeons. Also ein idealer Gesprächspartner, denn der Deutsche Musikrat hat das Akkordeon als Ins­trument des Jahres auserkoren. Eine gute Wahl?
Das ist wunderbar.

Was begeistert Sie am Akkordeon?
Es begleitet mich schon seit fast 30 Jahren. Als Kind habe ich natürlich mit dem Klavierspielen angefangen, dann kam die Gitarre dazu. Aber als ich als Jugendlicher mein erstes Akkordeon fand, hat es meinen Lebensweg beeinflusst, denn es hat mich zur jiddischen Musik gebracht. In Detroit, wo ich früher gelebt habe, bin ich leider nicht mit jiddischer Kultur aufgewachsen. Das war nicht Teil meiner jüdischen Bildung. Und als ich diese lebendige, tiefe, diasporische Kultur entdeckt habe, war das Akkordeon mein Schlüssel. Glücklicherweise hatte ich einen wunderbaren Lehrer, nämlich Alan Bern. Er hat mir auch Berlin schmackhaft gemacht, und so kam es, dass ich 2005 mit meinem Akkordeon nach Deutschland zog.

Spielen Sie immer noch auf diesem Ins­trument?
Nein, heute nehme ich meistens ein Hohner Tango-Akkordeon aus dem Jahr 1939.

1939? Woher wissen Sie, wann es gebaut wurde?
Ich habe es in Wilmersdorf für 200 Euro gekauft. Irgendwann war ich auf Tour in Süddeutschland, und jemand hat mir empfohlen, es für eine Überholung zur Hohner........

© Juedische Allgemeine