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„Ich würde das Stück gerne im Osten spielen“

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30.06.2026

30. Juni 2026 – 15. Tamus 5786

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Burkhard C. Kosminski

»Ich würde das Stück gerne im Osten spielen«

Burkhard C. Kosminski

»Ich würde das Stück gerne im Osten spielen«

Der Intendant am Schauspiel Stuttgart über »Die Ermittlung« von Peter Weiss, die Existenzberechtigung Israels in der Kunst und seine Auszeichnung mit der Otto-Hirsch-Medaille

Herr Kosminski, während Teile der Kulturszene – siehe documenta, Biennale Venedig –   offen antisemitisch diskutieren, haben Sie mit der Otto-Hirsch-Medaille vor kurzem eine Auszeichnung erhalten, weil Sie sich um die christlich-jüdische Zusammenarbeit, Völkerverständigung und Integration verdient machen. Was bedeutet Ihnen das?

Als ich davon erfuhr, war ich überrascht, sogar perplex. Wir beschäftigen uns mit dem Thema, weil es uns wichtig ist. Dass das wahrgenommen wurde, freut mich natürlich sehr.

Warum sind viele deutsche Intellektuelle, die man eher im linken Spektrum vermutet, so erpicht darauf, Israel zu kritisieren? Über Menschenrechte in China finde ich keine Diskussionsrunden auf den Spielplänen.

Ich kann Ihnen die Ursache nicht nennen, ich verstehe es nicht. Ich kann nur für mein Haus sprechen und sagen, dass Antisemitismus und die Infragestellung der Existenzberechtigung Israels in der Kunst keinen Raum einnehmen dürfen. Kunst kann und soll Probleme thematisieren, ohne eine Gruppe, eine Religion, ein Land auszugrenzen.

Warum machen Sie es anders?

Mich hat das Thema schuldig geboren zu sein, früh umgetrieben.

Sie sind Jahrgang 1961. Am Holocaust trifft Sie keine Schuld.

Dennoch habe ich mit meiner Familie darüber klare Auseinandersetzungen gehabt. Mein Onkel, der eine Art Ersatzvater war, war Mitglied der........

© Juedische Allgemeine