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Experte: AfD nutzt Sprachpolitik als „trojanisches Pferd“

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03. September 2026 – 21. Elul 5786

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Experte: AfD nutzt Sprachpolitik als »trojanisches Pferd«

Soziales Verhalten wird in der öffentlichen Kommunikation zunehmend durch psychologische Kategorien beschrieben, beobachtet der Sprachforscher Henning Lobin. Er hat sich mit der Sprachpolitik der AfD befasst

Die AfD verwendet nach Ansicht des Sprachforschers Henning Lobin Sprachpolitik als »trojanisches Pferd«. Sie nutze dies als Vehikel, um Themen leichter in der politischen Debatte zu positionieren, erläutert der Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim im Interview. So verbinde sie ihre Kritik am Gendern mit der gesellschaftspolitischen Ablehnung der »Ehe für alle«.

Herr Professor Lobin, die deutsche Sprache spielt im AfD-Parteiprogramm eine große Rolle. Welche Gründe sehen Sie als Sprachforscher?Lobin: Die AfD nutzt die deutsche Sprache als einen Identitätsanker für das Deutschtum schlechthin. Man kann ein solches Anliegen, nämlich die deutsche Identität zu adressieren, nur sehr schwer direkt zum Ausdruck bringen. Man benötigt dafür eine Art Medium.

Das vielleicht zugänglichste Medium, um deutsche Identität in diesem politischen Sinne zu transportieren, ist für die AfD die deutsche Sprache. Das verfolgt sie seit 2016, als ihr Grundsatzprogramm veröffentlicht wurde. Und dies wird auch in den aktuellen Landeswahlprogrammen aufgegriffen. Sprachpolitik als Thema

Sie sagen, dass die AfD die Sprache als »trojanisches Pferd« benutzt. Inwiefern?Das bezieht sich auf den Umgang mit Sprachpolitik. Sie hat in Deutschland nach 1945 bis zum Aufkommen der AfD nur eine ganz geringe Rolle gespielt. Die AfD hat Sprachpolitik als Thema »entdeckt« und bewirtschaftet es sehr intensiv. Sprache und sprachbezogene Themen sind nämlich vielen Menschen sehr wichtig. Wir haben alle ein Verhältnis und eine Meinung zur Sprache, zu bestimmten Wörtern, zur Sprachverwendung.

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