Der Staat arbeitet sich beim Unterhaltsvorschuss an den Falschen ab
Wenn es um die Kürzung von Subventionen geht, benutzt die Politik gern den Rasenmäher. Alle finanziellen Unterstützungen werden pauschal beispielsweise um etwa zehn Prozent gekürzt. Das klingt immerhin grob gerecht. Niemand kann sich als Opfer inszenieren. Doch an manchen Stellen ist beim Rasenmäher einfach die Schnitthöhe falsch eingestellt.
Jüngstes Beispiel ist die Streichung des Unterhaltsvorschusses für 16- und 17-jährige Jugendliche. Den Vorschuss können alleinerziehende Elternteile beantragen, wenn der andere Elternteil den Unterhalt nicht oder nicht ausreichend bezahlt. Selbst Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat in der Sommerpressekonferenz Diskussionsbedarf mit seiner Familienministerin Karin Prien angemeldet. Zwei Gründe sprechen für eine Nachbesserung.
Der Staat arbeitet sich an den Falschen ab. Nicht die Kinder sollten unter der Streichung leiden, sondern die Elternteile, die sich vor der Unterhaltszahlung drücken. Die Bürger können von einem Staat verlangen, dass er die Regeln durchsetzt und nicht den einfachsten Weg geht. Die Zahlungsverweigerer mögen findig........
