Warum es manches Vorurteil über Siemens zu korrigieren gilt
Liebe Leserinnen und Leser,
das anhaltende Wachstum der Cloud-Sparte hat Amazon erneut Rückenwind gegeben. Gleichzeitig kündigte der US-Konzern gestern eine Ausweitung seiner Investitionen an. Er wolle im laufenden Jahr etwa 200 Milliarden Dollar in den Bau neuer Rechenzentren sowie die Entwicklung von KI-Chips und Kommunikationssatelliten stecken, sagte Konzernchef Andy Jassy. Analysten hatten mit Ausgaben von knapp 145 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Geschäftszahlen fielen gemischt aus: Die Erlöse stiegen im abgelaufenen Quartal überraschend deutlich um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn entsprach mit 25 Milliarden Dollar den Markterwartungen. Der Ausblick für das laufende Vierteljahr enttäuschte dagegen.
Die Amazon-Aktie fiel im nachbörslichen Handel an der Wall Street um neun Prozent. Schon bei den Zahlen von Alphabet in dieser Woche hatte sich gezeigt, dass hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) an der Börse nicht mehr zwingend gut ankommen.
In den vergangenen Tagen musste ich ein Vorurteil korrigieren. Siemens, das war für mich immer ein überbürokratisierter bayerischer Kramladen. Ein Konzern, dessen Kernkompetenz vor allem darin zu bestehen schien, Geschäftszweige erst herunterzuwirtschaften und sie dann abzustoßen.
Ende Januar stieg Siemens dann plötzlich zu Deutschlands wertvollstem Börsenkonzern auf. Okay, das lag auch an einem Kursrutsch bei SAP, und gestern war der Softwarekonzern in Sachen Marktkapitalisierung schon wieder auf Platz Eins. Doch unabhängig davon: Seit Herbst 2023 hat sich der Kurs der Siemens-Aktie mehr als verdoppelt.
Es ist der Lohn für ein hartes Stück Transformationsarbeit, das längst noch nicht abgeschlossen ist. Aus dem 178 Jahre........
