menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Mission billiger Dollar – sprengt Trump das Weltwährungssystem?

4 0
30.01.2026

Liebe Leserinnen und Leser,

was wird ein Fünfjähriger antworten, wenn man ihn fragt, ob er lieber ein Eis oder eine Limo möchte? Im Zweifel sagt er: „Beides“.

So ähnlich würde auch Donald Trumps ehrliche Antwort ausfallen, wenn man ihn fragte, ob er lieber einen starken oder einen schwachen Dollar haben will.

Derzeit gibt Trump einem schwachen Dollar den Vorzug, auch wenn sein Finanzminister pflichtschuldig das Gegenteil behauptet. Die deutschen Unternehmen spüren bereits die Folgen – dazu später mehr.

Problematisch wird dieser Kurs für Trump, wenn internationale Investoren – viele davon sitzen in Europa, wie unsere Grafik zeigt – angesichts der ständigen Währungsverluste keine Lust mehr haben, auf Dollar lautende US-Staatsanleihen zu kaufen.

Die US-Regierung gibt bereits mehr Geld für den Schuldendienst aus als für Verteidigung. Sobald die USA Anleihekäufern auch nur geringfügig höhere Renditen bieten müssen, um sie weiterhin zu locken, werden die US-Staatsschulden von derzeit 130 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung schnell unfinanzierbar.

Eine Option: Trump könnte versuchen, solche ökonomischen Gesetze durch Zwang außer Kraft zu setzen. Eine Blaupause gibt es dafür bereits, den sogenannten „Mar-a-Lago-Accord“. Der Ökonom Stephen Miran, inzwischen Board-Mitglied der US-Zentralbank Fed, hat diese Idee 2025 in einem........

© Handelsblatt