Trumps tollkühner Dollar-Drahtseilakt
Fast beiläufig erklärte Donald Trump, das mit dem Dollar laufe doch „großartig“. Die Reaktion der Märkte ließ nicht lange auf sich warten. Ein weiterer Schwächeanfall des Dollars. Seit seiner Amtsübernahme vor gut einem Jahr hat der Dollar gegenüber dem Euro rund 13 Prozent an Wert verloren. Das sind an den sonst eher trägen Devisenmärkten tektonische Verschiebungen.
Darin lässt sich durchaus eine Strategie erkennen: Der Präsident schwächt gezielt die eigene Währung, um der heimischen Industrie Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Zugleich hofft er, auf diese Weise das gewaltige Handelsbilanzdefizit von 1,3 Billionen Dollar (2025) zu verringern – ein Defizit, das er selbst als „Betrug am amerikanischen Volk“ bezeichnet.
Sein Problem: Tendenziell stärken Strafzölle die Währung des Aggressors, da sie die Nachfrage nach ausländischer Währung verringern. Dass bislang das Gegenteil der Fall war, kann man durchaus als Punktsieg für Trump werten, der mit seinen verbalen Interventionen zumindest einen Beitrag zur Schwächung des Dollars leistet.
Dennoch vollführt Trump mit seiner Dollar-Politik einen Drahtseilakt, der an Tollkühnheit kaum........
